Wahlkampf

Thüringer FDP-Chef kritisiert Parteichef Christian Lindner

FDP-Landeschef Thomas L. Kemmerich fordert von Christian Lindner und seiner Partei „klare Kante“ – und eine Annäherung an Russland.

Thomas L. Kemmerich, Vorsitzender der FDP Thüringen, sieht seine Partei auf falscher Fährte.

Thomas L. Kemmerich, Vorsitzender der FDP Thüringen, sieht seine Partei auf falscher Fährte.

Foto: Peter Michaelis / TLZ

Berlin.  Der Thüringer FDP-Vorsitzende Thomas L. Kemmerich erhebt schwere Vorwürfe gegen Parteichef Christian Lindner und die Parteispitze in Berlin: In einem Brandbrief an Lindner, der unserer Redaktion vorliegt, beklagt der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Thüringen eine falsche Ausrichtung der Partei: In den aktuellen Debatten werde die FDP „häufig zu blass und indifferent“ wahrgenommen.

Die Menschen im Osten wünschten sich stattdessen „klare Kante“ und Lösungen, die die Lebenswirklichkeit der Menschen „auch jenseits urbaner Zentren wie Berlin, Hamburg oder Köln“ anerkenne.

Landeschef fordert Annäherung an Russland

Kemmerich warnt Lindner zudem vor parteiinternen Kräften, die versuchten, der FDP „einen stärkeren Linkskurs zu verordnen“. Gemeint sind damit Alt-Liberale wie der Bürgerrechtler Gerhart Baum oder die Jungen Liberalen, die Lindners Kurs in der Klimadebatte kritisiert hatten.

Stattdessen fordert der Thüringer Landeschef Lindner und die Partei auf, sich auf vier Felder zu konzentrieren – auf Wirtschaftspolitik, Migration, Klimapolitik und „eine neue diplomatische Annäherung mit Russland“.

Die Wahlergebnisse in Sachsen und Brandenburg hätten gezeigt, dass die FDP ihre Kernthemen wieder in den Mittelpunkt rücken müsse, schreibt Kemmerich. Die FDP war in beiden Ländern an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

„Die Wahl in Thüringen ist für die FDP entscheidend um in den neuen Bundesländern nicht endgültig den Anschluss zu verlieren.“