Flüchtlinge

Warschau sperrt sich gegen europäische Asylreform

Polen bleibt im Streit um das europäische Asylsystem hart: Ministerpräsident Morawiecki wies Forderungen nach einer Reform zurück.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: EU-Staaten sollen selbst über Migrationspolitik entscheiden dürfen.

Ministerpräsident Mateusz Morawiecki: EU-Staaten sollen selbst über Migrationspolitik entscheiden dürfen.

Foto: AGENCJA GAZETA / Reuters

Berlin.  Im Streit um das europäische Asylsystem hat sich Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kompromisslos gezeigt. „Eine Reform des Dublin-Systems darf die Souveränitätsrechte der Mitgliedstaaten nicht berühren. Sie müssen selbst über ihre Migrationspolitik entscheiden können“, sagte Mora­wiecki unserer Redaktion und der französischen Zeitung „Ouest-France“.

Seit Jahren geht nichts voran bei der Reform des EU-Asylsystems. Vor allem die Dublin-Verordnung ist hoch umstritten. Sie regelt, welcher Staat zuständig ist, wenn ein Migrant in Europa um Asyl bittet.

Die gewählte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte einen Neustart für die europäische Migrationspolitik an. Morawiecki sieht eine Einigung indes in weiter Ferne. Zwischen den europäischen Staats- und Regierungschefs gebe es „eine heftige Debatte“.