Umfrage

Mehrheit der Deutschen sieht Religionen als Friedensstifter

Eine neue Umfrage von Yougov zeigt: Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, dass Religionen grundsätzlich zum Frieden beitragen können.

Eine Gläubige nimmt Ende Juli in Nepal nach einem Gebet zum hinduistischen Gott Shiva den Segen im Shiva-Tempel von einem Priester entgegen.

Eine Gläubige nimmt Ende Juli in Nepal nach einem Gebet zum hinduistischen Gott Shiva den Segen im Shiva-Tempel von einem Priester entgegen.

Foto: Sunil Pradhan / dpa

Berlin..  Trotz aller religiös motivierten Auseinandersetzungen ist die Mehrheit der Deutschen (56 Prozent) der Ansicht, dass Religionen grundsätzlich zum Frieden beitragen können. Vier von zehn Deutschen (39 Prozent) finden einer Yougov-Umfrage zufolge sogar, dass Religionen und Glaubensgemeinschaften einen bedeutenden Beitrag zum Frieden in der Welt leisten.

Am hilfreichsten dabei werden in der Befragung, die unserer Redaktion vorliegt, allgemeine Aufrufe zur Versöhnung (33 Prozent) bewertet, danach folgen konkrete Gesprächsangebote (27 Prozent), Gespräche auf politischer Ebene (23 Prozent) und Friedensappelle (21 Prozent). Das Meinungsforschungsinstitut Yougov befragte Ende Juli 2034 Personen.

Religions for Peace versammelt im August alle Religionen in Lindau

„Das Thema Frieden und Religion bekommt wenig Öffentlichkeit“, sagt Ulrich Schneider, Geschäftsführer der Stiftung Friedensverantwortung der Weltreligionen und Zivilgesellschaft. „Doch es gibt viele positive Beispiele. In Europa ist es der Krieg in Bosnien-Herzegowina vor 25 Jahren. Dort hat Religions for Peace Muslime, Orthodoxe und Katholiken an einen Tisch gebracht und eine Gesprächsebene gefunden, die die Grundlage für den Friedensvertrag von Dayton, Ohio, geschaffen hat.“

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Die Stiftung führt Mitte August die 10. Weltversammlung von Religions for Peace in Lindau durch, bei der rund 900 Vertreter aller großen Religionsgemeinschaften, der Zivilgesellschaft, von Regierungen und internationalen Institutionen aus rund 100 Ländern erwartet werden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet die Konferenz am 20. August. (mün)