Mängel

Bundeswehr: Alle 53 Tiger-Hubschrauber dürfen nicht starten

Die Bundeswehr hat viele Baustellen. Nun kommt eine weitere dazu. Alle 53 Tiger-Kampfhubschrauber werden vorerst am Boden bleiben.

Ein Tiger-Kampfhelikopter der Bundeswehr.

Ein Tiger-Kampfhelikopter der Bundeswehr.

Foto: Markus Heine / imago/Markus Heine

Berlin. Erneut hat die Bundeswehr mit Problemen zu kämpfen: Die Truppe zieht wegen möglicherweise fehlerhafter Bauteile alle 53 Kampfhubschrauber Tiger vorerst aus dem Verkehr gezogen. Der Flugbetrieb der Maschinen sei ausgesetzt worden, teilte das Presse- und Informationszentrum des Heeres am Mittwoch mit.

Die Sperrung betrifft den Angaben zufolge die Tiger im Kampfhubschrauberregiment 36 im nordhessischen Fritzlar und im Deutsch-Französischen Heeresfliegerausbildungszentrum in Le Luc in Frankreich.

Hintergrund sei eine Hersteller-Mitteilung, dass bestimmte verbaute Bolzen einen Mangel aufweisen könnten. Sicherheit habe oberste Priorität, hieß es weiter. Daher habe der General Flugbetrieb Heer die Anweisung gegeben, den Flugbetrieb vorläufig auszusetzen.

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Bundeswehr setzt Flugbetrieb aller Tiger-Kampfhubschrauber aus

Zur Zeit seien keine Maschinen im Auslandseinsatz, es gehe also nur um Routineflüge. Das weitere Vorgehen solle an diesem Donnerstag von einer Expertenrunde geklärt werden. Auf jeden Fall würden alle Kampfhubschrauber Tiger vor dem nächsten Flug gründlich überprüft und falls notwendig Bolzen ausgetauscht.

Den Angaben zufolge wurden Bolzen derselben Bauart auch im Transporthubschrauber NH90 sowie im Schulungshubschrauber EC135 verbaut - allerdings nicht an sicherheitsrelevanten Stellen. Daher laufe der Flugbetrieb im Heer mit diesen Maschinen weiter.

Die Problem-Liste des deutschen Militärs ist lang. Anfang des Jahres zeigte der Wehrbericht die größten Baustellen der Bundeswehr auf. Im Frühjahr wurden zudem wieder Milliardenverschwendungen bei der Bundeswehr entdeckt.

Momentan läuft auch die Debatte, ob sich die Bundeswehr an einem Einsatz in der Straße von Hormus beteiligen sollte. Beobachter werfen die Frage auf, ob die deutsche Marine internationale Seewege überhaupt sichern kann. (dpa/les)