US-Präsident

Britischer Botschafter tritt nach Streit mit Trump zurück

Der britische Botschafter in den USA hat Trump deutlich kritisiert und einen Streit vom Zaun gebrochen – mit Folgen für die Karriere.

US-Präsident Donald Trump wurde vom britischen Botschafter in den USA scharf kritisiert.

US-Präsident Donald Trump wurde vom britischen Botschafter in den USA scharf kritisiert.

Foto: JONATHAN ERNST / Reuters

London. Sir Kim Darroch, der britische Botschafter in den USA, hat nach kritischen Äußerungen über US-Präsident Donald Trump sein Amt niedergelegt. Vorausgegangen war ein Streit zwischen den Regierungen in Washington und London über geleakte Diplomatendepeschen.

Das britische Außenministerium verkündete den Rücktritt Darrochs. In einer seiner Einschätzungen Trumps und dessen Regierung hatte Darroch deutlich gemacht, dass er kein großer Fan des US-Präsidenten ist. Einem Bericht zufolge hatte sich der Diplomat sehr abfällig über Donald Trump geäußert. Er nannte die Administration von Trump „unfähig“, wie aus den ursprünglich vertraulichen Berichten hervorgeht.

In Memos des Botschafters, die der britischen Zeitung „Mail on Sunday“ zugespielt wurden, heißt es: Präsident Trump strahle Unsicherheit aus und agiere ungeschickt. Die Einschätzungen stammen demnach aus dem Zeitraum von 2017 bis in die Gegenwart.

Die Authentizität der Dokumente wurde vom Außenministerium nicht bestritten. Die Behörde erklärt hingegen, die britische Öffentlichkeit erwarte, dass Botschafter Ministern eine ehrliche und ungeschminkte Bewertung der Lage in ihren Ländern geben.

Der US-Präsident antwortete dem britischen Botschafter ebenfalls ungeschminkt. Er kündigte zunächst an, nicht mehr mit dem britischen Botschafter zusammenarbeiten zu wollen. Dann legte er bei Twitter nach und nannte Darroch einen „dummen Kerl“ und „aufgeblasenen Depp“.

Donald Trump strahle „Unsicherheit“ aus

Wie die Zeitung „Mail on Sunday“ weiter berichtete, habe Darroch in einer Einschätzung 2017 geschrieben: „Vom jetzigen Standpunkt aus gesehen glauben wir wirklich nicht, dass diese Regierung wesentlich normaler, weniger dysfunktional, weniger unvorhersehbar, weniger fraktionsgetrieben, weniger diplomatisch ungeschickt und unfähig werden wird.“

Außerdem betonte Darroch mit Blick auf Trump: „Für einen Mann, der in das höchste Amt des Planeten aufgestiegen ist, strahlt Präsident Trump Unsicherheit aus.“

Trump eckt mit seinem Handeln und seinen Plänen immer wieder an. Auch die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli sorgten vorab für Ärger. Der US-Präsident hatte erstmals eine VIP-Zone auf der „National Mall“ eingeführt. Viele Bürger waren davon nicht begeistert, doch Trump hielt an seinen Plänen fest. (dpa/jei)

Neueste Politik Videos

Neueste Politik Videos

Beschreibung anzeigen