Premierminister

May-Nachfolge: Boris Johnson tritt gegen Jeremy Hunt an

Die konservative Partei Großbritanniens wählt einen Nachfolger für Theresa May. Boris Johnson tritt gegen Außenminister Jeremy Hunt an.

Jetzt sollen rund 160.000 Parteimitglieder bis Ende Juli per Briefwahl den neuen Vorsitzenden bestimmen.

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London.  Jeremy Hunt tritt gegen Boris Johnson im Rennen um das Amt des britischen Premierministers und Parteivorsitzenden der Konservativen an. Am Donnerstag setzte sich der Außenminister in einer fünften und letzten Abstimmungsrunde gegen Umweltminister Michael Gove durch.

Der neue Parteichef wird in mehreren Wahlgängen bestimmt. Nach jeder Runde wird die Kandidatenliste kürzer, bis am Ende zwei Kandidaten in eine Stichwahl gehen. Zuvor war am Donnerstag Innenminister Sajid Javid ausgeschieden. Er flog als Letztplatzierter mit nur 34 Stimmen in der vierten Runde raus. In dieser Runde baute Johnson seinen Vorsprung auf 157 Stimmen aus.

Die beiden übrig gebliebenen Kandidaten werden Ende Juli in einer Stichwahl gegeneinander antreten. Dann entscheiden die rund 160.000 Mitglieder der konservativen Partei wohl, ob der ehemalige Außenminister Johnson auf Theresa May folgt, die als Tory-Chefin zurückgetreten ist.

Beobachter hatten kurz nach der Rücktrittsankündigung von Theresa May schon gute Chancen für Boris Johnson gesehen.

Die drei absurdesten Szenen aus dem britischen Parlament

Boris Johnson will den Brexit-Deal nachverhandeln

Johnson war einer der Wortführer für den EU-Austritt vor der Volksabstimmung vor drei Jahren. Die Briten hatten sich am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit für die Trennung von der EU ausgesprochen. Doch der Austritt musste zwei Mal verschoben werden, weil sich im Parlament keine Mehrheit für das von Premierministerin Theresa May mit Brüssel ausgehandelte Brexit-Abkommen fand. Die Frist für die Loslösung von der EU wurde inzwischen bis 31. Oktober verlängert.


Johnson hatte angekündigt, den Brexit-Deal nachverhandeln zu wollen – Brüssel hat das aber kategorisch ausgeschlossen. Er hatte auch gedroht, die vereinbarte Schlussrechnung für den EU-Ausstieg in Höhe von 39 Milliarden Pfund (rund 44 Milliarden Euro) nicht zu bezahlen. Bei der Schlussrechnung handelt es sich unter anderem um langfristige Lasten wie Pensionszahlungen für EU-Beamte. Auch eine erhebliche Senkung der Einkommenssteuer für gut verdienende Briten stellte Johnson im Falle seiner Wahl in Aussicht.

Für viele Beobachter ist schwer zu durchschauen, wie es mit dem Brexit weitergeht und wer dahinter steht. Diese fünf Briten sind für das Brexit-Chaos verantwortlich. (dpa/ac/ba)