Verkehrsministerium

Motorradfahren ohne Fahrprüfung? Einfach nur gefährlich

Kleine Motorräder sollen bald ohne extra Führerschein zu fahren sein. So will es Bundesverkehrsminister Scheuer. Eine ganz dumme Idee.

Wer einen Auto-Führerschein hat, soll künftig leichte Motorräder - 125er genannt - auch ohne zusätzlichen Motorradführerschein fahren dürfen.

Wer einen Auto-Führerschein hat, soll künftig leichte Motorräder - 125er genannt - auch ohne zusätzlichen Motorradführerschein fahren dürfen.

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Berlin.  Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will Autofahrern erlauben, kleine Motorräder ohne eine weitere Fahrprüfung zu steuern. Ein paar wenige Fahrstunden auf einem Verkehrsübungsplatz sollen reichen, dann kann es losgehen.

Was auf den ersten Blick nach großer Vereinfachung und Bürokratieabbau aussieht, ist einfach nur gefährlich.

Auf dem Papier kommen die Motorräder, um die es geht, harmlos daher: Sie haben 125 Kubikzentimeter Hubraum und nur 15 PS. Trotzdem sind es echte Motorräder, mit denen man mehr als 100 km/h schnell fahren kann. Das bedeutet: Auf Landstraßen und auch Autobahnen können die Maschinen mit dem normalen Verkehr mithalten.

Motorradfahren – dazu ist viel Praxis nötig

Wer schon einmal auf einem Motorrad gesessen hat, weiß, dass das Fahrverhalten ein anderes ist als beim Auto – und erst recht beim Motorroller oder Moped. Vor allem das sichere Durchfahren von Kurven muss man üben – dafür ist viel Praxis im echten Straßenverkehr nötig.

Ein paar Stunden auf dem Übungsplatz reichen da nicht aus. Nicht ohne Grund braucht man deshalb aktuell in den allermeisten Fällen auch für vermeintlich kleine Motorräder einen extra Führerschein.

Der Verkehrsminister sollte sich darauf besinnen, dass er nicht nur für Fahrfreude, sondern vor allem für die Sicherheit im Straßenverkehr zuständig ist. Er sollte deshalb die Warnungen von Experten ernst nehmen und die Hürden für das Fahren mit kleinen Motorrädern nicht senken. Er könnte damit Leben retten.