Prozess

Ägyptens Ex-Präsident Mursi stirbt im Gerichtssaal

Mohammed Mursi ist am Montag in einem Gericht in Ägypten gestorben. Der Ex-Präsident war zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

Mohammed Mursi, damaliger Präsident von Ägypten, im Jahr 2012.

Mohammed Mursi, damaliger Präsident von Ägypten, im Jahr 2012.

Foto: Maya Alleruzzo / dpa

Berlin.  Der frühere ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist tot. Er starb am Montag nach einer Gerichtsanhörung. Der 67-Jährige sei bewusstlosgeworden und gestorben, berichtet das staatliche ägyptische Fernsehen am frühen Abend. Die genaue Todesursache war zunächst unbekannt.

Nach dem Sturz des langjährigen Machthaber Hosni Mubarak war Mursi im Jahr 2012 der erste frei gewählte Präsident Ägyptens. Er gehörte der Muslimbruderschaft an, die unter Mubarak verfolgt worden war und heute in Ägypten verboten ist.

Mursi wurde 2013 von der Armee unter Führung des heutigen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi abgesetzt, nachdem es Massenprotesten gegen ihn gegeben hatte. Mursi war in mehreren Verfahren zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Dabei ging es unter anderem um die Tötung von Demonstranten und angebliche Spionage für Katar.

Mohammed Mursis Präsidentschaft war von Konflikten geprägt

Ein Todesurteil gegen ihn wurde wieder aufgehoben. Eine lebenslange Haftstrafe aus dem Jahre 2016 wurde ein Jahr später in einer 25-jährige Haftstrafe umgewandelt.

Mursis Präsidentschaft war von Konflikten mit dem Militär, mit der Justiz und mit der Revolutionsjugend gekennzeichnet, die die Revolte gegen Mubarak getragen hatte. Viele Kritiker warfen Mursi vor, zu konfrontativ regiert zu haben.

Vor allem nicht-islamistische Gruppen sahen ihn kritisch und lehnten eine Zusammenarbeit mit ihm ab, obwohl ihn viele 2012 in der Stichwahl um das Präsidentenamt unterstützt hatten. (mbr/dpa)