Arbeitsminister

„Hart aber fair“-Versprechen eingelöst: Heil putzt in Klinik

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil packte als Reinigungskraft in einem Bochumer Krankenhaus mit an. Damit löst er ein Versprechen ein.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, reinigt in Bochum in einem Krankenhaus ein Krankenbett.

Hubertus Heil (SPD), Bundesminister für Arbeit und Soziales, reinigt in Bochum in einem Krankenhaus ein Krankenbett.

Foto: Marcel Kusch / dpa

Bochum. Bundesarbeitsminister im Arbeitseinsatz: Hubertus Heil (SPD) geht am Donnerstag in einem Bochumer Klinikum den Reinigungskräften zur Hand. Damit löst er das Angebot ein, für je einen Tag den Arbeitsplatz des anderen kennenzulernen, das Heil der Krankenhaus-Reinigungskraft Susanne Holtkotte im Februar im WDR-Fernsehen gegeben hatte.

Gemeinsam hatten sie als Gäste in der Talk-Show „Hart aber fair“ über Rentenpolitik und faire Löhne diskutiert. Holtkotte war bereits vor einiger Zeit bei Heil in Berlin – nun will Heil wenige Tage vor der Europawahl einen Vormittag lang ihren Arbeitsplatz kennenlernen und auch mit anpacken.

Morgens, kurz nach 7 Uhr: Heil und Holtkotte, inzwischen per du, treffen gemeinsam am Bochumer Bergmannsheil ein. Der Bundesarbeitsminister bekommt den weißen Krankenhaus-Kittel und die Arbeitshose, zieht sich um, und runter geht’s in die Bettenzentrale.

„Heute ist er für mich Hubertus“

Hier werden die Betten der Klinik gereinigt, desinfiziert und frisch bezogen. 1000 bis 1500 Betten bearbeiten Susanne Holtkotte und ihre Kolleginnen dort pro Woche, erzählt sie Heil in Anwesenheit diverser Kamerateams und Reporter. Der Bundesarbeitsminister packt tatsächlich mit an, krabbelt mit Desinfektionsmittel unters Bett, wechselt die Bettwäsche – unter Anleitung und den klaren Kommandos von Holtkotte.

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„Heute“, sagt die 48-Jährige, „ist er für mich Hubertus, und er arbeitet mit mir. Neue Kollegen muss ich ja auch anlernen.“ Und dieser Hubertus gibt zu Protokoll, dass das ein „harter Job“ sei – einer, bei dem er sich nicht vorstellen könne, ihn selbst jeden Tag zu machen.

Susanne Holtkotte lebt trotz harter Arbeit von einem kleinen Gehalt. 715 Euro Rente stünden ihr nach aktuellem Stand später einmal zu. Sie hofft, durch eine Grundrente vor drohender Altersarmut besser geschützt zu sein als derzeit. Von der von Heil geplanten Grundrente würde die heute 48-Jährige profitieren.

Heil: Leute wie Holtkotte halten Land am Laufen

„Ich wünsche mir“, sagt sie beim Pressetermin im Krankenhaus, „dass du nicht locker lässt, dass du hartnäckig bleibst!“ Es gebe viele Menschen wie sie, die hart arbeiteten und trotzdem „jeden Pfennig umdrehen“ müssten. Die seien enttäuscht von der Politik.

Und Heil erkennt an, dass es Leute wie Holtkotte seien, „die das Land am Laufen halten“. Nach zwei Stunden Bettenmachen ziehen die Kamerateams ab – Heil aber packt noch ein bisschen weiter mit an. „Sie können morgen wiederkommen“, rufen ihm Susanne Holtkottes Kolleginnen auf dem Klinikflur hinterher. „Hilfe brauchen wir immer.“ (mit dpa)