Pressefreiheit

Myanmar: Reuters-Journalisten nach 500 Tagen Haft frei

Das Urteil gegen die beiden Reporter in Myanmar hatte internationale Proteste ausgelöst. Nun sind die Reuters-Journalisten wieder frei

Die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone (l) und Kyaw Soe Oo kurz nach ihrer Freilassung in Myanmar.

Die beiden Reuters-Journalisten Wa Lone (l) und Kyaw Soe Oo kurz nach ihrer Freilassung in Myanmar.

Foto: Thein Zaw / dpa

Rangun. Sie waren mehr als 500 Tagen im Gefängnis in Myanmar – jetzt sind zwei Reporter der Nachrichtenagentur Reuters wieder frei. Die beiden Männer verließen am Dienstag das Gefängnis in der Nähe von Rangun. Das bestätigte Reuters.

Den Journalisten – beide selbst aus Myanmar – wurde vorgeworfen, sie hätten sich bei Recherchen zu Massakern an Muslimen illegal Staatsgeheimnisse verschafft. Die Folge: sieben Jahre Gefängnis. Die Reporter Wa Lone und Kyaw Soe Oo beteuern ihre Unschuld. Die beiden Reporter bekamen während der Haftzeit viele Auszeichnungen, auch den renommierten Pulitzer-Preis.

Myanmar: Inhaftierte Reuters-Journalisten – hat sie Polizei fals - che Beweise geschaffen?

Während des Prozesses sagte ein Polizeioffizier aus, die Polizei habe falsche Beweismittel fabriziert. Trotzdem sprach das Gericht sie schuldig. Das Urteil hatte international Empörung ausgelöst und stellt den demokratischen Wandel in dem Land infrage.

Unterstützer hatten immer wieder an die von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführte Regierung appelliert, beide zu begnadigen. Sie wurden aber stets auf die Gerichte verwiesen. Suu Kyi beschuldigte die Reporter sogar, gegen Gesetze verstoßen zu haben.

Während des Prozesses sagte ein Polizeioffizier aus, die Polizei habe falsche Beweismittel fabriziert. Auch die beiden Reporter hatten ausgesagt, ihnen sei eine Falle gestellt worden. Zwei Polizisten, die sie nie vorher gesehen hätten, hätten ihnen in einer Zeitung eingerollte Dokumente übergeben, sagten sie. Unmittelbar darauf seien sie von Beamten in Zivil in ein Auto gezerrt worden.

Die beiden Männer kamen nun mit mehr als 6000 weiteren Häftlingen durch einen Gnadenerlass frei. Versuche, das Urteil auf juristischem Weg zu ändern, waren bislang gescheitert. Myanmar will am Dienstag mit einer Amnestie 6520 Gefangene freilassen, wie das Büro von Präsident Win Myint mitteilte. (dpa/rtr/sdo)

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