Europawahl

Weber warnt vor Klimaschutz auf Kosten der sozial Schwachen

Manfred Weber hält den Klimaschutz für ein „Top-Ziel“ der Politik. Um das zu erreichen, braucht es aber mehr als nationale Vorschläge.

Manfred Weber.

Manfred Weber.

Foto: Angelos Tzortzinis / dpa

Berlin. Der Spitzenkandidat der christdemokratischen EVP für die Europawahl , Manfred Weber, hat davor gewarnt, Klimaschutz zu Lasten der Ärmeren zu betreiben. „Die Proteste der Gelbwesten in Frankreich zeigen, welche Sorgen die Menschen haben“, sagte Weber unserer Redaktion. Die Politik müsse „achtgeben, dass nicht die sozial Schwächeren den Preis zahlen“.

Der Klimaschutz sei „ein Top-Ziel“, so der CSU-Politiker, müsse aber „eingebunden sein in andere Fragen“. Die europäische Industrie, die Arbeitnehmer und die Gesellschaft müssten Schritt halten können mit den Veränderungen. Weber nannte die Klimapolitik der Bundesregierung mit dem Ausstieg aus der Kohle und der Atomkraft „sehr ambitioniert“.

Klimapolitik braucht europäische Strategie

Sie müsse „noch stärker eingebunden sein in eine europäische Strategie“, forderte er. „Im Saarland schließen wir Steinkohlekraftwerke und ein paar Kilometer weiter stehen französische Atomreaktoren. Wir werden zu mehr europäischem Denken kommen müssen, um die ökologischen Herausforderungen gemeinsam zu beantworten.“

Die europaweiten Klimaproteste von Schülern hieß Weber gut. „Das ist genau, was wir brauchen: Junge Leute, die sich engagieren“, sagte er. Der CSU-Politiker nannte es allerdings „problematisch“, auf Dauer am Freitagvormittag während des Unterrichts zu demonstrieren.