Ermittlungen

AfD-Autos in Essen angezündet – Staatsschutz ermittelt

Drei AfD-Autos sind in Essen auf dem Gelände einer früheren Flüchtlingsunterkunft angezündet worden. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

Diese Autos nutzte die AfD in Essen für den Wahlkampf. In der Nacht zum Donnerstag wurden sie durch Brandstiftung zerstört.

Diese Autos nutzte die AfD in Essen für den Wahlkampf. In der Nacht zum Donnerstag wurden sie durch Brandstiftung zerstört.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen. Drei Fahrzeuge der AfD sind in der Nacht zu Donnerstag in Essen komplett ausgebrannt. Wie die Polizei am Donnerstagmorgen mitteilte, hatte ein Anwohner im Stadtteil Holsterhausen gegen 1 Uhr den Notruf gewählt und den Brand auf einem Innenhof des weitläufigen Geländes gemeldet.

Die Autos standen neben einem Gebäude, an dem ein beträchtlicher Brandschaden entstanden. Laut AfD-Politiker Guido Reil beläuft sich der Sachschaden auf 250.000 Euro. Auf dem Gelände hatte sich früher eine Flüchtlingsunterkunft befunden.

Wie es zu dem Brand kam, sei noch unklar, sagte ein Polizei-Sprecher. Man gehe aber „zum jetzigen Zeitpunkt von einer politisch motivierten Tat aus“, teilte die Polizei mit. Deshalb sei der Staatsschutz informiert worden. Er habe bereits am frühen Morgen die Ermittlungen aufgenommen. Polizei und Staatsschutz sind auch am Donnerstagvormittag noch vor Ort und haben den Tatort abgeschirmt.

AfD-Autos brennen auf Gelände mit Drogenplantage

Die Polizei habe im Keller dieses leerstehenden Bürogebäude zudem zufällig eine Drogenplantage entdeckt, heißt es vor Ort. Das erklärt auch, warum Ermittler des für Drogendelikte zuständigen Kriminalkommissariats 12 am Donnerstagmittag vor Ort sind.

In der Gegend im Essener Stadtteil Holsterhausen ist laut Polizei kein Sitz der Partei. „Warum die Autos genau da abgestellt waren, ist Teil der Ermittlungen“, sagte der Sprecher. Die Autos standen auf dem Innenhof einer früheren Flüchtlingsunterkunft des Ratsherrn Arndt Gabriel. Dieser hatte, nachdem sein Asyl-Deal mit der Stadt für heftige Debatten gesorgt hatte, seinen Austritt aus der SPD und der Fraktion erklärt.

AfD-Politiker Guido Reil erklärte am Donnerstagmittag vor Ort dazu: Auf dem Gelände habe ein AfD-Mitglied sein Geschäft, daher hätten die Autos dort gestanden. Das Geschäft befindet sich nicht auf dem Gebäude, in dem die Drogen entdeckt worden sein sollen.

AfD beklagt verschiedene Gewalttaten

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um drei Smarts. Nach Angaben von Guido Reil sind sie von der Partei 2017 für den Landtagswahlkampf angeschafft worden. Martin Schiller, Sprecher des AfD-Landesverbandes sagt: „Das war ein Anschlag nicht nur gegen die AfDm sondern gegen die Demokratie. Wir gehen davon aus, dass die Täter aus dem linksradikalen Milieu stammen.“

Schiller, der wie Reil für das Europaparlament kandidiert, beklagt sich auch über andere Formen von Gewalt: „Wir erleben, dass Wahlkampfplakate abgerissen, Veranstaltungen gestört werden und gegen Mitglieder Gewalt ausgeübt wird.“ Fahndungsmaßnahmen in der Nacht blieben ohne Ergebnis.

(von Gerd Niewerth und Pirkko Gohlke)

• Dieser Artikel ist zuerst bei WAZ.de erschienen