Ermittlungen

Terroranschlag geplant? BKA nimmt drei Iraker fest

Das BKA hat drei Flüchtlinge in Schleswig-Holstein festgenommen. Sie wollten offenbar einen Sprengsatz aus Silvesterraketen bauen.

Fahrzeuge der Polizei stehen während eines Einsatzes auf einem Grundstück im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Am Mittwoch hat das BKA drei Terrorverdächtige festgenommen.

Fahrzeuge der Polizei stehen während eines Einsatzes auf einem Grundstück im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein. Am Mittwoch hat das BKA drei Terrorverdächtige festgenommen.

Foto: Karsten Schröder / dpa

Berlin.  Beamte des Bundeskriminalamts haben am Mittwochmorgen drei terrorverdächtige Flüchtlinge in der Gemeinde Meldorf im Kreis Dithmarschen in Schleswig-Holstein festgenommen.

Der Generalbundesanwalt wirft Shahin F. und Hersh S. die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor, Rauf S. die Beihilfe dazu, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft.

Zudem wurden demnach die Wohnungen der Beschuldigten sowie weiterer bislang nicht tatverdächtiger Personen in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg durchsucht.

Bombenbauanleitung aus dem Netz geladen

Den Ermittlern zufolge hatten die drei Iraker schon eine Bombenbauanleitung aus dem Internet heruntergeladen und damit angefangen, aus Silvesterraketen Schwarzpulver zu gewinnen. Spätestens Anfang Dezember sollen sie mit ersten Vorbereitungen begonnen haben.

Eine Zündvorrichtung hatten sie offenbar in Großbritannien bestellt – insgesamt seien sie aber bei ihren Vorbereitungen noch nicht besonders weit gewesen. Auch ein konkretes Ziel hatten die Beschuldigten laut Mitteilung nicht vor Augen.

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Ziel der Verdächtigen: „Ungläubige, aber keine Kinder“

Einer der Verdächtigen soll geäußert haben, möglichst viele „Ungläubige, aber keine Kinder“ treffen zu wollen. Unterstützung sollen sie dabei von einem Unbekannten über den Messenger „Telegram“ bekommen haben.

Im weiteren Verlauf entschieden sich die beiden Beschuldigten, bei ihrem Anschlagsvorhaben auch eine Schusswaffe zu verwenden. Zudem erwogen die Beschuldigten laut Bundesanwaltschaft, bei ihrem Anschlagsvorhaben ein Kraftfahrzeug einzusetzen. Daher begann Shahin F. spätestens Anfang 2019, Fahrunterricht zu nehmen.

Die Beschuldigten sollen nun dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden, der über den Erlass von Haftbefehlen und den Vollzug von Untersuchungshaft entscheiden wird.(les/dpa)