Ermittlungen

Messerattacke in Manchester: Neue Details zum Verdächtigen

In der Silvesternacht hat ein Mann in Manchester drei Menschen mit einem Messer angegriffen. Nun gibt es neue Details zum Verdächtigen.

Die Polizei hat nach der Messerattacke in der Silvesternacht in Manchester einen Verdächtigen festgenommen.

Die Polizei hat nach der Messerattacke in der Silvesternacht in Manchester einen Verdächtigen festgenommen.

Foto: PHIL NOBLE / REUTERS

Manchester.  Nach einer Messerattacke in Manchester in der Silvesternacht mit drei Verletzten hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann wurde wegen Anzeichen einer psychischen Erkrankung in Gewahrsam genommen.

Dies wurde nach einer medizinischen Untersuchung des 25-Jährigen angeordnet, wie die Polizei am späten Dienstagabend mitteilte. Die Ermittlungen wegen eines terroristischen Motivs der Attacke am Bahnhof Victoria laufen aber weiter.

In der Neujahrsnacht hatte am Victoria-Bahnhof ein Mann drei Menschen mit einem Küchenmesser an einem Tram-Bahnsteig verletzt und laut Zeugen dabei „Allah“ gerufen.

Die Anti-Terror-Einheit hat die Ermittlungen übernommen. Zunächst hieß es, das Motiv sei unklar. Der Angreifer habe seine Tat mit dem Bombardement anderer Länder begründet, sagte ein BBC-Mitarbeiter, der den Vorfall beobachtete.

Am Dienstagmittag bestätigte eine Sprecherin der Greater Manchester Police, dass die Behörden von einem terroristischen Hintergrund ausgehen.

„Wir behandeln das als Terror-Ermittlungen“, sagte Polizeipräsident Ian Hopkins am Dienstag. Im Viertel Cheetham Hill werde ein Haus durchsucht, sagte er außerdem.

Unter den Opfern sind eine Frau und ein Mann, beide zwischen 50 und 60 Jahre alt, die mit Stichverletzungen im Unterleib und teilweise auch im Gesicht in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.

Polizei sieht keine weitere Gefährdung in Manchester

Ein Polizeibeamter wurde wegen einer Stichwunde an der Schulter behandelt, kurz darauf aber wieder aus dem Krankenhaus entlassen. In Lebensgefahr habe sich niemand befunden, hieß es seitens der Stadt.

Premierministerin Theresa May dankte in einer Mitteilung den Einsatzkräften. „Meine Gedanken sind bei denen, die bei der mutmaßlichen Terrorattacke gestern Abend in Manchester verletzt wurden“, so May.

Der Vorfall ereignete sich im Bahnhof Manchester Victoria im Zentrum der Stadt. Einem Augenzeugen zufolge stach der Angreifer mit einem großen Küchenmesser auf seine Opfer ein, wurde aber rasch von herbeieilenden Polizisten mithilfe von Pfefferspray und einem Elektroschocker überwältigt.

Der Bahnhof war auch am Morgen nach der Tat noch gesperrt. Die Polizei betonte aber, es gebe keine Hinweise auf eine weitere Gefährdung. Die zentrale Silvesterfeier im Zentrum von Manchester fand trotz der Attacke statt.

Verdächtiger kam wohl aus Niederlanden nach Großbritannien

Über die Nationalität des Mannes war offiziell zunächst nichts bekannt. Nachbarn zufolge hat der 25-Jährige somalische Wurzeln und ist vor 10 bis 15 Jahren aus den Niederlanden nach Großbritannien gekommen, wie die Zeitung „The Telegraph“ und andere britische Medien berichteten. Er soll vier Geschwister haben und mit seinen Eltern in einem Haus in Manchester wohnen, das die Polizei durchsuchte.

In der Nähe des Tatorts hatte sich auch das Bombenattentat vom 22. Mai 2017 ereignet. Damals zündete ein islamistischer Selbstmordattentäter eine selbstgebaute Bombe und riss 22 Besucher eines Popkonzerts in der Manchester Arena in den Tod. Hunderte wurden verletzt. Unter den Opfern waren viele Kinder und Jugendliche. (ba/les/dpa/rtr)