Südafrika

AfD-Abgeordneter macht Schießtraining mit Rechtsextremen

Der AfD-Abgeordnete Petr Bystron hat auf einer Dienstreise ein Schießtraining mit Rechtsextremen gemacht. Der Bundestag zahlte.

Petr Bystron ging in Südafrika mit Rechtsextremen schießen. Eine Dienstreise.

Petr Bystron ging in Südafrika mit Rechtsextremen schießen. Eine Dienstreise.

Foto: Christian-Ditsch.de / imago/Christian Ditsch

Berlin.  Immer wieder sehen sich AfD-Mitglieder mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Im neusten Fall geht es um einen Bundestagsabgeordneten – Petr Bystron hat sich auf einer Reise nach Südafrika mit einer rechtsextremen Gruppe, den Suidlanders getroffen.

Er nutzte den Besuch, um mit der Gruppe ein Schießtraining zu absolvieren, berichtet das ARD-Magazin „Report Mainz“. Die Reise wurde vom Bundestag bezahlt.

Der Obmann der AfD im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages bestätigte dem Magazin seine Teilnahme am Schießtraining. Die Suidlanders sind eine protestantisch inspirierte Vereinigung von Weißen mit einer Vorliebe für Waffen und mit eindeutig rassistischer Tendenz.

Heftige Kritik – und Ruf nach Verfassungsschutz

Von SPD und Grünen kam umgehend heftige Kritik. Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann schrieb auf Twitter, wenn Bystron wirklich an einem solchen Schießtraining teilgenommen habe, wäre das ein Fall für den Verfassungsschutz. „Und es dürfte seine letzte Dienstreise gewesen sein.“ Die Beobachtung der Partei seitens des Verfassungsschutz wird immer wieder diskutiert.

Die Grüne Britta Haßelmann erklärte: „Die AfD kann nicht ernsthaft so tun, als hätte sie nichts mit Rassismus zu tun.“ Die Dienstreise mit Schießübungen sei „ein ungeheuerlicher Vorgang, der nach Aufklärung schreit“.

Bystron sieht das wenig überraschend anders. Er erklärte „Report Mainz“, er habe keine Berührungsängste mit den Suidlanders. Das sei eine Organisation der südafrikanischen Zivilgesellschaft.

Gruppe hat Angst vor demokratisch gewählter Regierung

„Ich habe das so empfunden, dass das eine Organisation ist von überwiegend weißen Farmern, die Angst haben um ihr Leben und die sich organisieren, um zu überleben, sollte es zum schlimmsten Fall kommen“, teilte er mit.

Die Suidlanders erwarten, dass in Südafrika eine Revolution ausbricht – als unausgesprochener Grund der Untergangsfantasien scheint der Gruppe die demokratisch gewählte und von Schwarzen dominierte Regierung zu sein. Sie stellen sich als die Opfer eines kommenden anti-weißen Bürgerkriegs dar.

Trump, AfD und ängstliche Farmer sind sich offenbar einig

Es gibt keine verlässlichen Angaben zur Zahl der Mitglieder der Gruppe, Schätzungen gehen von einigen Tausend aktiven Mitgliedern aus. Die Gruppe selbst spricht von Zehntausenden. Die Mitglieder kommen vor allem aus der Afrikaans-sprechenden Minderheit Südafrikas – jener Minderheit, die bis zur Überwindung des rassistischen Apartheid-Regimes 1994 an der Macht war.

Die von der südafrikanischen Regierung seit vergangenem Jahr propagierte Enteignung – weißer – Landeigentümer ohne Entschädigung ist Wasser auf die Mühlen der kleinen Gruppen von Extremisten in Südafrika.

Als schließlich im August auch noch US-Präsident Donald Trump über das Schicksal der angeblich verfolgten weißen Farmer in Südafrika twitterte, ging online ein Jubelschrei durch die Reihen der Extremisten.

Bei der AfD bleibt es unruhig. Gegen Bernd Höcke wird ermittelt, gleichzeitig ist die Partei mit einer Klage gegen die Flüchtlingspolitik gescheitert. Hmm

(ses/dpa)

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