Klimawandel

Durchbruch bei UN-Klimakonferenz in Kattowitz

Beim UN-Weltklimagipfel in Kattowitz gab es einen Durchbruch. Zuvor hatten sich die Verhandlungen deutlich in die Länge gezogen.

Am Ende der Weltklimakonferenz gab es einen Durchbruch.

Am Ende der Weltklimakonferenz gab es einen Durchbruch.

Foto: Sascha Hilgers / dpa

Kattowitz.  Die Weltklimakonferenz hat sich nach Angaben aus Delegationskreisen auf ein Umsetzungs-Abkommen für den Pariser Klimavertrag geeinigt.

Ziel des Abkommens ist, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Dafür muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl in den kommenden Jahren drastisch reduziert werden.

Zuvor hatten Vertreter von fast 200 Staaten lange um eine Einigung gerungen. Am Abend kam aus Polen sogar die Nachricht über Verlängerung des Gipfels bis Samstag.

„Das wird eine lange Nacht. Wir werden jetzt noch sehr, sehr lange verhandeln“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), die für Deutschland nach Kattowitz gereist ist, noch am Freitag.

Nach dem Willen von Konferenzpräsident Michal Kurtyka erst am frühen Samstagmorgen im Plenum zusammenkommen. Eine Sitzung wurde für 4 Uhr angesetzt. Die Abschlusssitzung zum Ende der Konferenz war zunächst für 6 bis 8 Uhr geplant. Ob es dabei wirklich bleibt, war zunächst unklar – in den Verhandlungen kommt es häufig zu Verzögerungen.

Zwar hatte die polnische Präsidentschaft am Freitag einen insgesamt 144-seitigen Entwurf für ein Gipfel-Ergebnis vorgelegt. An diesem jedoch gab es reichlich Kritik.

Auch nach zweiwöchigen Verhandlungen waren wesentliche Punkte noch ungelöst. Ein Streitpunkt war, wie transparent und vergleichbar die Leistungen der Staaten zur Eindämmung des CO2-Ausstoßes sein sollen. „Wir kämpfen dafür, dass sich nicht nur die halbe, sondern die ganze Welt beim Klimaschutz in die Karten schauen lässt“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD). China hatte zuvor Kompromissbereitschaft erkennen lassen.

Streit über Finanzzusagen für die ärmsten Länder

Gerungen wurde auch um die Verbindlichkeit von Finanzzusagen an die ärmsten Länder, damit diese die Folgen des Klimawandels bewältigen können. Von 2020 an sollen die Industriestaaten jährlich 100 Milliarden Dollar zahlen – aus öffentlichen und privaten Quellen.

Für Streit sorgte zudem das Thema Schäden und Verluste durch den Klimawandel. Besonders verwundbare Staaten hatten dafür gekämpft, dies in der Abschlusserklärung eindeutig anzuerkennen. In ersten Entwürfen war das Thema jedoch in eine Fußnote gerutscht, was Hilfsorganisationen empörte: „Das ist eine Beleidigung“, sagte Sabine Minninger von Brot für die Welt.

Umstritten war auch die Frage, wie Länder künftig im Klimaschutz mit anderen Ländern zusammenarbeiten können und wie sie auf den weltweiten Kohlenstoffmärkten mit CO2-Zertifikaten handeln sollen. Die Art und Weise, in der die Regeln auf die Länder angewendet werden, könnte bestimmen, wie effektiv sie sind, gleichzeitig aber auch Schlupflöcher schaffen, hieß es in deutschen Verhandlungskreisen .

Ziel des UN-Gipfels war die Umsetzung des Pariser Klimavertrags, der die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad begrenzen soll. In mehreren deutschen Städten beteiligten sich am Freitag Hunderte Kinder und Jugendliche an einem Schülerstreik für mehr Klimaschutz.

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