Erziehung

Gute-Kita-Gesetz kommt am 1. Januar – Bundesrat stimmt zu

Die letzte Hürde ist genommen: Der Bundesrat hat dem Gute-Kita-Gesetz zugestimmt. Der Bund will nun die Kinderbetreuung verbessern.

Das Gute-Kita-Gesetz kann in Kraft treten.

Das Gute-Kita-Gesetz kann in Kraft treten.

Foto: Birgit Betzelt / obs

Berlin.  Der Bundesrat hat am Freitag dem sogenannten Gute-Kita-Gesetz zugestimmt. Damit kann das Gesetz von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) wie geplant zum 1. Januar 2019 in Kraft treten, nachdem zuvor bereits der Bundestag das Gesetz verabschiedet hatte.

Nach dem Entwurf des sogenannten Gute-Kita-Gesetzes sollen vom Bund bis 2022 rund 5,5 Milliarden Euro an die Länder fließen, 2019 sind es zunächst 500 Millionen. Wie die Länder das Geld einsetzen, können sie selbst entscheiden: zum Beispiel, um längere Kita-Öffnungszeiten zu finanzieren oder mehr Erzieher einzustellen. Ziel ist, dass die pädagogische Betreuung besser wird.

Das Vorhaben wird anders finanziert als der vorerst gestoppte Digitalpakt für Schulen – daher konnte das noch ohne Grundgesetzänderung gemacht werden. Den Digitalpakt hatten die Länder am Freitag im Bundesrat gestoppt.

Bund will sich dauerhaft für Kinderbetreuung engagieren

Beim Gute-Kita-Gesetz bekommen die Länder 5,5 Milliarden Euro über einen höheren Anteil an den Umsatzsteuereinnahmen, aber das Familienministerium musste mit allen 16 Ländern Zielvereinbarungen aushandeln, damit das Geld wirklich in die Kitas fließt und nicht andere Haushaltslöcher gestopft werden.

Die Unterstützung des Bundes soll Franziska Giffey zufolge nachhaltig und dauerhaft sein. Der Bund werde sich daher auch über 2022 hinaus für die Entwicklung der Kinderbetreuung einsetzen, versicherte sie, ohne genauere Angaben zu machen.

Es gehe auf Dauer darum, die zum Teil großen Unterschiede bei den Standards in den Kitas bundesweit anzugleichen. Es komme bei dieser Weiterentwicklung auf einen „Dreiklang von Qualität, Kapazität und Personal“ an, sagte die Ministerin und kündigte für kommendes Jahr eine „Fachkräfteoffensive“ des Bundes an, mit einem eigenen Förderprogramm.

Kritik von der Opposition

Der FDP-Abgeordnete Matthias Seestern-Pauly warf Giffey vor, keine nachhaltige Finanzierung sicherzustellen. Ihre Ankündigung, nach 2022 sich weiter zu engagieren, bleibe vage.

Auch der Linken-Abgeordnete Norbert Müller verlangte, dass die Befristung bis 2022 fällt, ebenso Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Der CDU-Abgeordnete Marcus Weinberg sagte an die Adresse der Länder, Kooperation heiße nicht nur, dass man etwas nehme, sondern auch, dass man etwas gebe. (dpa/jha)