Rückführung

Abschiebeflug aus Deutschland ist in Afghanistan gelandet

Seit Dezember 2016 hat es insgesamt 19 Sammelabschiebungen nach Afghanistan gegeben. Doch die Sicherheitslage in dem Land ist kritisch.

Aus Deutschland abgeschobene Männer verlassen den Flughafen von Kabul in Afghanistan.

Aus Deutschland abgeschobene Männer verlassen den Flughafen von Kabul in Afghanistan.

Foto: Mohammad Jawad / dpa

Kabul.  Am Mittwochmorgen ist erneut ein Abschiebeflug aus Deutschland in Afghanistan gelandet. An Bord waren 14 Afghanen, die Deutschland verlassen mussten. Beamte des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul bestätigten, dass der flieger gegen 7 Uhr Ortszeit gelandet sei.

Eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte am Mittwoch in Berlin, fünf der Afghanen seien direkt aus der Strafhaft abgeschoben worden. Einer von ihnen sei vor der Abschiebung in Ausreisegewahrsam genommen worden.

Seit Dezember 2016 hat Deutschland 19 Sammelabschiebungen nach Afghanistan durchgeführt – inklusive dem aktuellen Flug. Bei den bisherigen 18 Abschiebungen hatten Bund und Länder 425 Männer nach Afghanistan zurückgebracht. Nach einer Sammelabschiebung Anfang Juli hatte einer der 69 Männer kurz nach seiner Ankunft in Kabul Suizid begangen.

Die Abschiebungen sind umstritten, weil die Sicherheitsverhältnisse in Afghanistan immer noch kritisch sind. So befindet sich das Land im Krieg mit den radikalislamischen Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Im laufenden Jahr hat sich der Konflikt sogar wieder ausgeweitet.

Schwedische Studentin verhindert Abschiebung eines Afghanen

Eine junge Studentin hat mit ihrem Protest in einer Passagiermaschine die Abschiebung eines 52-Jährigen verhindert.
Schwedische Studentin verhindert Abschiebung eines Afghanen

70 Tote innerhalb von zwei Wochen in Kabul

In den vergangenen zwei Wochen waren bei zwei großen Terrorannschlägen in Kabul mindestens 70 Menschen getötet worden. Insgesamt wurde die Hauptstadt in diesem Jahr von 21 großen Anschlägen erschüttert. Dabei starben mehr als 500 Menschen, mindestens 999 wurden verletzt.

Laut Militärangaben kontrolliert die Regierung nur noch etwas mehr als die Hälfte der Bezirke im Land, weitere rund 30 Prozent sind umkämpft. (dpa/ac)

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.