Ex-US-Präsident

Steinmeier würdigt George H. W. Bush als „wahren Freund“

Der Tod von George H.W. Bush erfährt weltweite Anteilnahme. Viele erinnern an die politischen Leistungen des 41. US-Präsidenten.

Starb mit 94 Jahren: Ex-US-Präsident George H. W. Bush.

Starb mit 94 Jahren: Ex-US-Präsident George H. W. Bush.

Foto: © STR New / Reuters / REUTERS

Berlin.  Der ehemalige US-Präsident George H. W. Bush ist am Freitagabend im Alter von 94 Jahren gestorben. Er war als 41. Präsident der Vereinigten Staaten maßgeblich an der deutschen Wiedervereinigung beteiligt.

Staatsleute in aller Welt trauern und würdigen Bush als großen Politiker. Ein Überblick:

• Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Republikaner als einen „wahren Freund“ Deutschlands gewürdigt. In einem Kondolenzschreiben an US-Präsident Donald Trump hob Steinmeier hervor, dass Bush einen der großen Umbrüche der Weltpolitik entscheidend geprägt habe. „Ohne das Vertrauen und die Freundschaft der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten wäre die deutsche Einheit nicht möglich gewesen.“ Deutschland werde Bush ein ehrendes Andenken bewahren.

• Kanzlerin Angela Merkel würdigte Bush und seine Verdienste um die Einheit: „Es war ein Glücksfall der deutschen Geschichte, dass er an der Spitze der USA stand, als sich die Erstarrung des Kalten Kriegs löste und Deutschlands Wiedervereinigung möglich wurde“, hieß es unter anderem in einer Erklärung.

Gorbatschow nennt Bush „echten Partner“

• Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat den USA ebenfalls sein Beileid zum Tod von Ex-Präsident George H. W. Bush ausgesprochen. Er habe mit Bush in einer „dramatischen Zeit“ zusammengearbeitet, sagte der 87-Jährige am Samstag in Moskau der Agentur Interfax. „Das Ergebnis war die Beendigung des Kaltes Krieges und des Rüstungswettlaufs.“ Für Gorbatschow sei Bush ein „echter Partner“ gewesen.

Bush und Gorbatschow setzten in den 80er-Jahren gemeinsam die bereits unter Präsident Ronald Reagan begonnene Abrüstung fort. Sie ermöglichten nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 die deutsche Wiedervereinigung. Gorbatschow sagte, er und seine 1999 gestorbene Frau Raissa hätten immer die wohlwollende Freundlichkeit der Familie von George und Barbara Bush geschätzt.

Kondolenzbekundungen aus Buenos Aires

Nachdem sich in den USA bereits die ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton zum Tod von George H. W. Bush geäußert hatten , gab es auch erste Reaktionen vom G-20-Gipfel, der an diesem Wochenende in Buenos Aires stattfindet..

• Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Beileidsbekundungen über Twitter gesendet. „Er war ein großer Staatsmann, der die Allianz mit Europa kräftig unterstützt hat“, heißt es in dem Tweet.

• Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Beitrag Bushs zur Entspannungspolitik gewürdigt. „George Bush der Ältere hat viel getan, um die russisch-amerikanische Zusammenarbeit in Fragen der internationalen Sicherheit zu stärken.“ Das schrieb Putin in einem Beileidstelegramm an Bushs Familie, wie der Kreml am Samstag in Moskau mitteilte. Bush habe politisch „Mut und Weitsicht“ bewiesen.

• Die britische Premier Theresa May nutzte ebenfalls Twitter, umden ehemaligen US-Präsidenten als Freund ihres Landes und als Friedensstifter zu würdigen. „Sein staatsmännisches Können, seine Weisheit und seine Freundschaft werden wir sehr vermissen“, schrieb sie. Ex-Premierminister Tony Blair Präsident erklärte: „Bush war ein außergewöhnlicher Staatsdiener, ein Mann der sich seinem Land verschrieben hatte, den höchsten Werten, für die es steht und dafür, die Welt besser zu machen, stabiler und friedlicher.“

(dpa/raer)