Verkehr

Diese Sicherheitstechniken sind bald in neuen Autos Pflicht

| Lesedauer: 2 Minuten
Christian Kerl
In Neuwagen sollen ab dem Jahr 2022 eine Reihe von Hightech-Systemen wie Notbremsassistenten und Geschwindigkeitswarner verbaut sein müssen.

In Neuwagen sollen ab dem Jahr 2022 eine Reihe von Hightech-Systemen wie Notbremsassistenten und Geschwindigkeitswarner verbaut sein müssen.

Foto: Florian Schuh / dpa-tmn

Brüssel will die Zahl der Verkehrstoten senken und verschärft die Sicherheitsvorschriften für Neuwagen. Welche Techniken gehören dazu?

Brüssel.  Die Sicherheitsvorschriften für Neuwagen in Europa werden deutlich verschärft: Ab 2022 sollen nach EU-Plänen für alle neuen Autos Hightech-Systeme wie Notbremsassistenten, Unfalldatenspeicher und intelligente Geschwindigkeitswarner Pflicht werden.

Für Lkw und Busse sind dann elektronische Abbiegehilfen vorgeschrieben, die mit einem Warnton Unfälle mit Radfahrern und Fußgängern verhindern sollen. Verbraucherschützer fürchten wegen einiger Vorschriften aber schon den „gläsernen Autofahrer“.

Die rasche Aufrüstung mit Sicherheits-Technik ist ein Plan der EU-Kommission. Sie steht unter Druck, weil die Zahl der Verkehrstoten in Europa nicht wie erwartet weiter zurückgeht, sondern bei jährlich 25.000 stagniert.

Überwachungstechnik, die Ermüdung des Fahrers erkennt

Die Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten zu dem Vorstoß galt als größte Hürde, doch die ist jetzt genommen: Am Donnerstag gab der Rat – öffentlich weitgehend unbeachtet – grundsätzlich grünes Licht mit wenigen Änderungswünschen im Detail.

Eine Einigung mit dem EU-Parlament steht noch aus, gilt aber als sicher. Die Verordnung soll 2019 in Kraft treten, die Vorschriften wären ab 2022 gültig.

Kernpunkte: Überwachungstechnik, die Ermüdung oder Unaufmerksamkeit des Fahrers erkennt, wird ebenso Pflicht wie Kameras oder ähnliche Hilfen für das Rückwärtsfahren. Für den Einbau von Alkohol-Wegfahrsperren müssen die entsprechenden Vorrichtungen installiert sein.

Neue Autos müssen mit einem Notbrems- und Spurhaltesystem ausgestattet sein und mit einem nicht abschaltbaren Geschwindigkeitsassistenten, der Tempoüberschreitungen über das Gaspedal signalisiert. Für SUV wird es, anders als bisher, keine Ausnahmen mehr geben.

Verbraucherzentralen warnt vor Missbrauch der Daten

Vor allem der Plan, für alle Neuwagen einen Unfalldatenspeicher vorzuschreiben, ruft Kritiker auf den Plan. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband sieht mit den Geräten, die vor, während und nach einem Zusammenstoß Geschwindigkeit und andere Daten speichern sollen, die „Büchse der Pandora“ geöffnet – wegen der Datenmenge und der Missbrauchsgefahr.

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Auch andere Sicherheitssysteme würden hochsensible personenbezogene Informationen sammeln, das Grundrecht der informationellen Selbstbestimmung könne untergraben werden. Die Experten fordern, die Technik nur Schritt für Schritt einzuführen.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) unterstützt die EU-Pläne grundsätzlich, dringt aber auf realistische Zeitpläne und weltweit harmonisierte Regelungen. „Die Initiative kann die Sicherheit von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern weiter erhöhen“, erklärte der VDA auf Anfrage.

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