Migration

USA stoppen Migranten an der Grenze mit Tränengas

500 Migranten haben versucht, an der Grenze die USA zu stürmen. Die Lage in Mexiko ist angespannt. Trump sieht das Land in der Pflicht.

Migranten werden in den USA an der Grenze zu Mexiko gestoppt.

Migranten werden in den USA an der Grenze zu Mexiko gestoppt.

Foto: KIM KYUNG-HOON / REUTERS

Berlin.  Die prekäres Situation in ihren Heimatländern treibt sie zur Flucht – an der Grenze zu ihrem Ziel scheitern sie jedoch häufig: Hunderte Mittelamerikaner versuchen, durch Mexiko in die Vereinigten Staaten von Amerika zu gelangen. Doch die USA wollen sie nicht nur nicht einfach in das Land lassen. Mexiko kündigte auch die Abschiebung aller an, die das Land zuerst illegal betreten haben. Besonders in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana ist die Lage angespannt.

Dort haben mehrere hundert mittelamerikanische Migranten versucht, illegal die Grenze zu den USA zu überqueren. Eine Gruppe von fast 500 Menschen wollte am Sonntag (Ortszeit) über den Grenzübergang El Chaparral im Norden Mexikos in die Vereinigten Staaten gelangen, teilte das Innenministerium des lateinamerikanischen Staats mit.

Die Migranten, deren Identität festgestellt werden könne, müssten umgehend Mexiko verlassen, so das Ministerium. Die genaue Zahl war zunächst unklar.

Migranten klettern auf Blechwall – USA schließen den Übergang

Dutzende Menschen kletterten auf einen Blechwall, der noch auf mexikanischem Gebiet vor der US-Grenzmauer stand. US-Sicherheitskräfte schossen Tränengas auf die mexikanische Seite. Die US-Behörden schlossen die Grenzübergänge El Chaparral und San Ysidro, US-Hubschrauber überflogen die Grenze. Die Übergänge wurden wenige Stunden später wieder geöffnet.

Mexiko darf theoretisch alle Migranten, die sich ohne Einreiseerlaubnis im Land befinden, abschieben. Der Großteil der Tausenden Menschen hatte die Grenze zwischen Mexiko und Guatemala ohne die nötigen Papiere überquert.

Tausende ziehen aus Mittelamerika Richtung USA

Seit Wochen beobachten die USA und Mexiko eine regelrechte Karawane, die aus Mittelamerika nach Mexiko zieht oder bereits dort angekommen ist – getrieben von der Hoffnung auf ein besseres Leben. Das Innenministeriums beziffert die Zahl der derzeit so nach Mexiko gelangten Migranten auf 8200, mehrheitlich, etwa 7400, befinden sie sich in Mexicali und Tijuana.

Tijuana etwa beherbergt derzeit in Sporthallen mehr als 4700 Migranten – größtenteils aus Honduras, El Salvador und Guatemala. Die Stadt hat den „humanitären Notstand“ ausgerufen. Gleichzeitig müssen die Betroffenen nicht mit Nachsicht der USA rechnen, wenn sie versuchen, illegal über die Grenze ins Zielland zu kommen.

Heimatschutzministerium: Konsequente Gegenwehr

US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen verurteilte den Versuch unerlaubter Grenzübertritte an der US-Grenze scharf und kündigte konsequente Gegenwehr an. Das Heimatschutzministerium werde solche Formen von Gesetzlosigkeit nicht tolerieren und nicht zögern, Grenzübergänge aus Sicherheitsgründen zu schließen, schrieb Nielsen auf Twitter.

Jeder, der US-Eigentum zerstöre, Grenzbeamte in Gefahr bringe oder die Staatshoheit der USA verletze, werde strafrechtlich verfolgt. Die US-Behörden seien robust aufgestellt an der Grenze zu Mexiko.

Grenzschützer angeblich mit Wurfgeschossen angegriffen

Nielsen erklärte, die Grenzschutzbehörde sei gezwungen gewesen, den Übergang zu schließen, um die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Eine große Zahl an Migranten habe versucht, illegal in die USA zu kommen. Sie hätten versucht, Absperrungen zu durchbrechen und Grenzschützer mit Wurfgeschossen zu verletzen.

US-Präsident Donald Trump warnte vor dem Zwischenfall in San Ysidro am Sonntag über Twitter: „Es wäre sehr klug, wenn Mexiko die Karawanen (der Migranten) weit vor der Südgrenze (der USA) stoppen würde.“ Trump hatte bereits tags zuvor erneut bekräftigt, die USA würden nur diejenigen zulassen, die legal in das Land einreisten. Der US-Staatschef drohte mit der Schließung der Grenze zu Mexiko. (ses/dpa)