Sozialdemokraten

Die SPD gibt Andrea Nahles doch noch ein bisschen Zeit

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Tim Braune

Die SPD vertagt die Entscheidung über den Fortbestand von Schwarz-Rot. Und stellt sich – überraschend klar – hinter ihre Vorsitzende.

Berlin.  Um 13.31 Uhr rauschen die gläsernen Lifte aus dem vierten Stock des Willy-Brandt-Hauses nach unten. Alles, was Rang und Namen in der SPD hat, steht Seit’ an Seit’ in den engen Kabinen.

Die Chefin kommt als Erste aus dem Fahrstuhl. Andrea Nahles führt die kleine Prozession der 15 Spitzenleute auf die Bühne. Die selbstbewussten Ministerpräsidenten Stephan Weil, Manuela Schwesig und Malu Dreyer (die alle schon Wahlen gewonnen haben) sind dabei, Außenminister Heiko Maas, Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz, der sehr weit links steht, fast schon unter der schützenden Hand der großen Brandt-Bronze-Statue.

Andrea Nahles erfährt unverhoffte Solidarität

„Wir haben uns untergehakt. Wir setzen auf die Kraft des Zusammenhalts. Wir wollen es wissen“, verkündet Nahles im schönsten Genossensprech und in einer Mischung aus Selbstbewusstsein, Trotz und Erleichterung.

SPD rückt enger zusammen
SPD rückt enger zusammen

Vorsitzende stürzt man – oder stützt sie, das war in der Politik schon immer so. In der SPD allerdings übertrieb man es mit dem Stürzen oft. Nahles erfährt am Montag unverhoffte Solidarität, was nach zwei krachenden Walniederlagen keine Selbstverständlichkeit ist, aber auch nicht von Dauer sein muss.

Die SPD wartet ab, mit wem sie es in der CDU zutun bekommt

Die Resultate in Bayern, wo die SPD nur noch einstellig ist, und Hessen, wo die Partei zweistellige Einbußen erlitt, musste die 48-Jährige noch mutterseelenallein in der Parteizentrale erklären.