Bayern-Wahl

AfD bleibt hinter eigenen Erwartungen zurück

Die AfD zieht erstmals in den bayerischen Landtag ein. Sie ist nicht so stark wie gedacht – und präsentiert sich als konsequentere CSU.

Die CSU muss sich einen Koalitionspartner suchen, die SPD liegt unter 10 Prozent.

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Berlin/München.  Kein Jubel, eher wohlwollender Applaus. So ist die Stimmung der AfD-Anhänger Punkt 18 Uhr im Landgasthof im bayerischen Mamming. Die AfD marschiert mit radikalen Parolen weiter durch die Institutionen der deutschen Demokratie – und verfehlte doch ihr Ziel.

Was 2014 in Ostdeutschland begann, ist mit Bayern aus Sicht der Partei vollbracht: Sie ist bundesweit etabliert, sitzt jetzt in nahezu allen Landesparlamenten. AfD-Bundesparteichef Alexander Gauland zeigte sich am Abend zufrieden und sagte, „mittelfristig“ müsse die Partei auch regieren.

Anders als in anderen Bundesländern war die Konkurrenz im Süden besonders stark, neben AfD kämpften rechts von der Mitte CSU, FDP und Freie Wähler um Stimmen. Die CSU hatte im Wahlkampf immer wieder scharfe, teilweise AfD-gleiche Töne angeschlagen. CSU-Spitzenkandidat Markus Söder sprach von „Asyltourismus“. Schaden konnte er der AfD damit nicht. Und doch erreichten die Rechtspopulisten nicht ihr Wunschergebnis. Die Partei wollte in Bayern zweitstärkste Kraft werden, wurde nun aber deutlich von den Grünen überholt und am Ende nur viertstärkste Kraft.

Die AfD präsentiert sich in Bayern als konsequentere CSU: „Die AfD hält, was die CSU verspricht“, hatte die Partei schon vor der Bundestagswahl plakatiert, setzte auch jetzt auf ihre Kernthemen Migration und Islam. Doch während bundesweit der Rechtsschwenk von Innenminister Horst Seehofer (CSU) und der unionsinterne Streit der AfD in den Umfragen immer neue Höhenflüge bereiteten, konnten sie in Bayern weniger profitieren.

Bei der Bundestagswahl 2017 hatten 12,4 Prozent der Bayern für die Rechtspopulisten gestimmt, der Freistaat lag damit im bundesweiten Schnitt. Doch im Vorfeld der Landtagswahl war die AfD im Süden zerstritten, nicht einmal auf einen gemeinsamen Spitzenkandidaten konnte sich die Partei einigen. Auch wer die neue Fraktion im Landtag anführen soll, ist unklar. (cu,tma,tki)