EU

May verteidigt ihre Brexit-Pläne und greift Corbyn an

Tanzend betritt die britische Premierministerin am Mittwoch die Bühne in Birmingham. In ihrer Rede kritisiert sie den Oppositionschef.

Selbstbewusst kommt sie auf die Bühne: Theresa May.

Selbstbewusst kommt sie auf die Bühne: Theresa May.

Foto: Christopher Furlong / Getty Images

Birmingham.  Die britische Premierministerin Theresa May hat sich bei ihrer Parteitagsrede am Mittwoch in Birmingham demonstrativ selbstbewusst gezeigt. Zu Abbas „Dancing Queen“ kam May tanzend auf die Bühne, bevor sie unter dem Applaus ihrer konservativen Parteifreunde heftige Kritik an Oppositionschef Jeremy Corbyn übte. May steht selbst massiv wegen ihrer umstrittenen Brexit-Pläne unter Druck – innerhalb und außerhalb ihrer Partei.

Die britische Premierministerin Theresa May verteidigte ihren Brexit-Kurs. Ihre Pläne für die Austrittsvereinbarung mit der EU seien im nationalen Interesse, sagte May. Die Partei müsse in dieser Frage zusammenstehen. Wer gegen jedwede von ihr erreichte Vereinbarung mit der EU sei, habe lediglich seine eigenen politischen Interessen im Blick, nicht aber das Land.

Sie sei aber auch bereit, die EU ohne eine Austrittsvereinbarung zu verlassen, wenn kein gutes Abkommen für Großbritannien möglich sei. Das wäre allerdings für beide Seiten eine schlechte Lösung.

May steht sowohl in ihrer Partei als auch in der EU unter Druck

Am Dienstag hatte Ex-Außenminister Johnson unter dem Jubel vieler Delegierter die Abkehr von Mays Austrittsstrategie gefordert und sich zugleich als ihr Nachfolger in Stellung gebracht. Johnson fordert wie andere Brexit-Hardliner eine striktere Trennung Großbritanniens von der EU.

Rund ein halbes Jahr vor dem angepeilten EU-Austrittstermin Ende März steht May in ihrer Partei und in der EU unter Druck. Sie strebt eine Freihandelszone mit der EU für Waren, nicht aber für Dienstleistungen und den freien Personenverkehr an und will einen Teil der gemeinsamen Regeln beibehalten. Dies lehnen die EU-Partner ab. Bei einem ungeregelten Brexit werden große politische und wirtschaftliche Verwerfungen befürchtet.

Im vergangenen Jahr war ihre Parteitagsrede, damals in Manchester, zum Fiasko geraten. Zuerst konnte sie vor Hustenanfällen kaum sprechen, dann überreichte ihr ein Komiker ein Entlassungsschreiben, angeblich im Namen des damaligen Außenministers Johnson. Zu guter Letzt fielen hinter ihr die Buchstaben des Parteitagsmottos von der Wand. (dpa/Reuters)