Diesel-Affäre

Bericht: Merkel für Hardware-Nachrüstung bei Dieselautos

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Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Foto: dpa Picture-Alliance / Emmanuele Contini / picture alliance / NurPhoto

Die Kanzlerin soll sich laut einem Bericht entschieden haben, Autobauer bei älteren Dieseln zur Hardware-Nachrüstung zu verpflichten.

Berlin.  Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will offenbar die Autoindustrie dazu verpflichten, ältere Dieselautos technisch nachzurüsten. Das berichtet der „Spiegel“. Demnach habe die Regierungschefin Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aufgefordert, eine entsprechende gesetzliche Lösung auszuarbeiten.

Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, will Merkel, dass die Autobauer in die betroffenen Autos nachträglich Stickoxid-Katalysatoren einbauen. Mit der Nachrüstung solle gewährleistet werden, dass auch Fahrzeuge der Klasse Euro 5 in Innenstadt-Zonen fahren dürfen, die sonst für sie verboten wären.

„Spiegel“: Regierung verhandelt mit Konzernen

Weiter heißt es, die Bundesregierung verhandele schon mit den Autokonzernen über eine Beteiligung an einer solchen Hardware-Lösung.

Das Verkehrsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren. Auch BMW lehnte eine Stellungnahme ab. Ein VW-Sprecher sagte, der Wolfsburger Konzern halte Hardware-Nachrüstungen für den falschen Weg.

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Ergebnis zur Diesel-Nachrüstung wohl am Sonntag

Merkels Sprecher Steffen Seibert betonte, Merkel habe deutlich gemacht, dass eine gemeinsame Positionierung der Regierung bis Ende September vorliegen solle – „diese Aussage gilt.“

Am Sonntag könnte es offenbar ein Ergebnis zur Hardware-Nachrüstung von Dieselautos geben. Dann sei ein Treffen von Merkel und Scheuer mit Vertretern der Automobilbranche geplant. Ein Insider bestätigte der Nachrichtenagentur Reuters den „Spiegel“-Bericht.

Gerichtsurteil brachte neuen Schwung

In der Koalition hakte es schon lange beim Thema Diesel-Nachrüstung, das jüngste Gerichtsurteil zu Fahrverboten in Frankfurt am Main brachte dann Bewegung in den schwelenden Streit.

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Merkel, die lange gegen Umbauten an Motoren argumentiert hatte, öffnete sich angesichts dessen dafür. Auch die schwarz-grüne Regierung in Hessen, wo am 28. Oktober ein neuer Landtag gewählt wird, fordert Hardware-Nachrüstungen. Dafür brachte sie am Freitag eine Initiative in den Bundesrat ein.

Scheuer hat Bedenken gegen Nachrüstungen

Scheuer hat ein neues Konzept angekündigt, um weitere Fahrverbote zu vermeiden. Er hat nach wie vor rechtliche, technische und finanzielle Bedenken gegen Hardware-Nachrüstungen, will aber „in alle Richtungen nachdenken“.

Scheuer drängt die Hersteller zu attraktiveren Anreizen, damit mehr Besitzer ihre älteren Diesel für ein saubereres Auto in Zahlung geben. Die Autobranche lehnt Umbauten an Motoren ab.

(moi/rtr/dpa)

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