Erkrankung

Bundesrat ermöglicht leichteren Zugang zu HIV-Schnelltests

Die freie Verfügbarkeit von HIV-Schnelltests ermöglicht laut Deutscher Aids-Hilfe ein früheres Erkennen von Erkrankungen.

Die freie Verfügbarkeit von HIV-Schnelltests ermöglicht laut Deutscher Aids-Hilfe ein früheres Erkennen von Erkrankungen.

Foto: Juergen Blume / imago/epd

Künftig sollen HIV-Selbsttests in Drogerien und Apotheken erhältlich sein. Der Bundesrat stimmte der Aufhebung von Beschränkungen zu.

Berlin.  Bislang sind HIV-Schnelltests in Deutschland nur in Arztpraxen, Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen erhältlich. Nun hat der Bundesrat der Aufhebung von Beschränkungen zugestimmt, die Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf den Weg gebracht hat. Künftig sollen sie wie auch Schwangerschaftstests in Apotheken oder Drogeriemärkten zu bekommen sein.

Die Deutsche Aids-Hilfe begrüßte die Änderung, die in der Bundesratssitzung am Freitag beschlossen wurde. Die freie Verfügbarkeit senke die Hemmschwelle und ermögliche so mehr Menschen ein früheres Erkennen von Aids-Erkrankungen und damit eine Behandlung. Denn manche scheuten den Gang in eine Arztpraxis oder eine Teststelle.

Hierzulande leben nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts 12.700 Menschen ohne ihr Wissen mit HIV. Insgesamt sind knapp 90.000 Menschen mit dem gefährlichen Erreger der Immunschwächekrankheit Aids infiziert.

Aids-Hilfe warnt: HIV-Selbsttest sind sehr empfindlich

Die Deutsche Aids-Hilfe weist darauf hin, dass Tests erst zwölf Wochen, also drei Monate nach einer möglichen Übertragung ein zuverlässiges Ergebnis anzeigen können.

Die Tests seien zudem sehr empfindlich und könnten auch ein positives Ergebnis zeigen, wenn gar keine Infektion vorliegt. Zeige der Test eine HIV-Infektion an, müssen Betroffene dies daher durch einen weiteren Labortest bestätigen lassen. Diesen Bestätigungstest könne zum Beispiel ein Arzt vornehmen.(dpa/mbr/sige)

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