Verhaftung

Vor Erdogan-Besuch: Ein Deutscher frei, ein anderer in Haft

Ein Deutscher wird aus türkischer Haft entlassen, ein anderer ist seit Freitag in Gewahrsam. Auch ein Österreicher wurde verhaftet.

Berlin.  Ein weiterer in der Türkei inhaftierter Deutscher ist freigelassen worden – eine Woche vor dem Staatsbesuch des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan in Deutschland. Um welchen Gefangenen es sich handelt, gab das Auswärtige Amt nicht bekannt.

Gleichzeitig soll jedoch ein Hamburger Alevit in der Türkei festgenommen worden sein. Nurali Demir, der ehemalige Vorsitzende der Alevitischen Gemeinde Hamburg, wurde nach Angaben eines Sprechers der Gemeinde bei der Einreise in die Türkei verhaftet. Die Glaubensgemeinschaft forderte die sofortige Freilassung des deutschen Staatsbürgers. Die Festnahme sei „ein Schlag ins Gesicht der Demokratie und Meinungsfreiheit“.

Auch ein Österreicher in Haft

Zudem hat am Freitag ein türkisches Gericht die Verhaftung des Österreichers Max Z. angeordnet, dem von der türkischen Justiz Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation vorgeworfen wird.

Max Z. sei zur Untersuchungshaft ins Sincan-Gefängnis in Ankara gebracht worden. Dem freien Autor und Kritiker des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werde vorgeworfen, ein Mitglied der in der Türkei verbotenen linken Splitterorganisation TKP Kivilcim zu sein. Anders als die TKP Kivilcim ist die TKP (Türkische Kommunistische Partei) legal.

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Insbesondere die Verhaftungen der deutschen Staatsbürger haben die deutsch-türkischen Beziehungen während der vergangenen beiden Jahre schwer belastet. Die verbliebenen Fälle sind aus deutscher Sicht das größte Hindernis auf dem Weg zur Normalisierung des Verhältnisses zwischen den beiden Staaten. (dpa/epd/fkm)

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