Umfrage

AfD laut Deutschlandtrend zweitstärkste Kraft

Die AfD ist in der Wählergunst weiter gestiegen. Laut aktuellem Deutschlandtrend ist die Partei zweitstärkste Kraft hinter der Union.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestag.

AfD-Fraktionschefin Alice Weidel im Bundestag.

Foto: Kay Nietfeld / dpa

Berlin.  Die politische Rechte gewinnt in Deutschland immer mehr an Stärke: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, käme die AfD auf 18 Prozent der Stimmen, wie aus dem aktuellen ARD-Deutschlandtrend hervorgeht.

Die AfD wäre somit zweitstärkste Kraft vor der SPD (17 Prozent). Auch die Union muss weitere Verluste hinnehmen und würde mit 28 Prozent das schlechteste Ergebnis seit Einführung des Deutschlandtrends 1997 einfahren. Die SPD verliert einen Punkt.

Das sind die Ergebnisse der Sonntagsfrage

Die Grünen kämen laut Umfrage auf 15, die Linke auf 10 und die Liberalen auf 9 Prozent der Stimmen. Die Umfrage wurden vom 17. bis 19. September, also mitten in der Entscheidung um die Beförderung von Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär, durchgeführt. Sie zeigt, dass die Regierungskrise vor allem der AfD geholfen hat.

Auch eine exklusive Umfrage unserer Redaktion zeigte, dass der Koalitionsstreit um Maaßen der Regierung nicht hilft – im Gegenteil: Das Vertrauen schwindet sogar dramatisch.

Rückblick: Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 war die Union auf 32,9 Prozent gekommen, die SPD auf 20,5 Prozent. Die AfD landete bei 12,6, die FDP bei 10,7, die Linke bei 9,2 und die Grünen bei 8,9 Prozent.

Julia Klöckner findet die aktuellen Umfragwerte besorgniserregend. „Das ist ein Weckruf, hinzuhören, was Bürger dahin treibt, ihre Stimme auch bei Umfragen einer extremen Partei zu geben, die noch nicht mal einen Hehl daraus macht, wie sie Deutschland umbauen will“, sagte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin.

Und weiter: „Mein Beitrag, um Vertrauen der Bevölkerung wieder in Politik zu bekommen, ist, dass ich arbeite“, sagte Klöckner.

Auch bei der SPD, die durch die mitgetragende Maaßen-Beförderung ebenfalls im Deutschlandtrend abgestraft wurde, sind ähnliche Töne zu hören: Führungsriege wollen jedoch am Regierungsbündnis festhalten. „Wichtig ist, dass jetzt die Sacharbeit der Koalition wieder in den Mittelpunkt rückt“, sagte Scholz zu „Bild“. Um Vertrauen zurückzugewinnen, will Nahles die Beförderung von Maaßen neu verhandeln.

Auch Innenminister Horst Seehofer (CSU) rutscht in den Zustimmungswerten immer weiter ab. Nur 28 Prozent halten ihn für eine gute Besetzung, nach 39 Prozent im April. Sechs von zehn Befragten sehen in ihm eine schlechte Besetzung für dieses Amt.

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Auch innerhalb der Union sinkt Seehofers Popularität – hatten ihn im April noch 45 Prozent der CDU/CSU-Parteianhänger für den richtigen Mann an der Spitze des Innenressorts gehalten, waren es aktuell nur noch 31 Prozent.

Seeohofer punktet bei AfD-Wählern

Auffällig ist auch, dass Seehofer bei den Unionswählern kaum punkten kann. 64 Prozent halten ihn für „keine gute Besetzung“. Anders dagegen das Bild bei den AfD-Wählern: Hier attestieren ihm 61 Prozent eine „gute Besetzung zu sein.

Das ist nur auf dem ersten Blick überraschend: Unter den Anhängern der AfD ist häufig die Meinung zu hören, dass Maaßen wegen seiner kritischen Haltung in der Flüchtlingspolitik kaltgestellt werden sollte – und nicht wegen seiner Aussagen zu einem Video von den Ausschreitungen in Chemnitz.

Seehofer hatte sich immer wieder vor den Verfassungsschutzpräsidenten gestellt. Und das, obwohl Vorwürfe laut wurden, dass Maaßen Infos vorab an die AfD weitergegeben haben soll.

Im letzten Deutschlandtrend Anfang September hatte die AfD noch einen Prozentpunkt verloren. Im Osten wäre die Partei mit 27 Prozent sogar stärkste Kraft, vor der CDU mit 23 Prozent.

Die Ergebnisse des Deutschlandtrends im Überblick:

  • CDU/CSU: 28 Prozent (-1)
  • SPD: 17 (-1)
  • AfD: 18 (+2)
  • FDP: 9 (+1)
  • Linke: 10 (-)
  • Grüne: 15 (+1)
  • Sonstige: 3 (-2)

Hinweise zur Umfrage: Der Deutschlandtrend ist eine Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des „ARD Morgenmagazins“. Befragt wurden vom 17. bis 19. September 1.035 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten. (dpa/mbr/bekö)

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