Fakten-Checker

Trump hat seit Amtsantritt 5000 Mal die Unwahrheit gesagt

Der „Washington Post“ zufolge hat Trump in 600 Tagen mehr als 5000 Mal gelogen. Zuletzt schaffte er es auf 32 Falschaussagen – am Tag.

Donald Trump - Vom aufmüpfigen Jungen zum US-Präsidenten

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Washington.  Die peniblen Fakten-Checker der „Washington Post“ um Glenn Kessler sind bei Donald Trump an Unwahrheiten, Übertreibungen und Falschaussagen gewöhnt – aber nicht in dieser Größenordnung.

Allein am 7. September, so schreibt der leitende Fakten-Überprüfer der US-Hauptstadtzeitung, hat der amerikanische Präsident bei Wahlkampf-Veranstaltungen in Montana, North Dakota und South Dakota 125 Mal falsche oder irreführende Statements abgegeben. Der Negativ-Rekord fällt zusammen mit dem Durchbrechen einer Schallmauer.

In 600 Tagen seit Amtsantritt hat der „Führer der freien Welt“ über 5000 Mal nicht die Wahrheit gesagt; ob in Reden, in Interviews oder in seinen von über 54 Millionen Menschen abonnierten Twitter-Wortmeldungen.

Zuletzt 32 Falschaussagen pro Tag

Die „Washington Post“ spricht von einem „Tsunami der Unwahrheiten“. Täglich 8,3 Mal liegt Trump mit seinen Anmerkungen im Schnitt daneben. Offenbar bedingt durch wachsende Nervosität im Weißen Haus mit Blick auf einen möglichen Machtverlust der Republikaner bei den Kongresswahlen im November hat Trump die Schlagzahl zuletzt auf 32 Falschaussagen pro Tag erhöht.

Ein Drittel der irreführenden Behauptungen, die Trump penetrant wiederholt, obwohl sie von unabhängigen Stellen längst widerlegt sind, entfallen auf den möglicherweise wahlentscheidenden Bereich der Wirtschaft. Hier nimmt Trump regelmäßig für sich in Anspruch, die meisten Jobs, das größte Wirtschaftswachstum, die geringste Arbeitslosenquote und die umfangreichsten Steuersenkungen erreicht zu haben – alles laut „Washington Post“ nachprüfbar nicht zutreffend.

Aussage über Florence sorgte für Wirbel

Ein Beispiel: In vielen Quartalen war das Wirtschaftswachstum (zuletzt 4,2 %) unter Vorgänger Barack Obama nachweisbar höher (deutlich über 5 %). Für Trumps Evergreen, wonach Amerikas Wirtschaft heute die „beste“ in der über 200-jährigen Geschichte des Landes sei, gebe es keinen einzigen stichhaltigen Beleg, erklärt die „Washington Post“.

In über 140 Fällen hat Trump die Untersuchungen von Sonder-Ermittler Robert Mueller in der Russland-Affäre als „Schwindel“ und Rache der Demokraten für die 2016 von Hillary Clinton verlorene Wahl bezeichnet. Tatsache ist, dass die US-Geheimdienste übereinstimmend gegenüber Kongress-Ausschüssen erklärt hatten, dass der Kreml aktiv in die US-Wahl eingriff, um Clinton zu verhindern und die Wahl Trumps zu begünstigen.

Eine der jüngsten Falschaussagen hat besonders hohe Wellen der Empörung geschlagen. Im Vorfeld des Hurrikans Florence, der am Freitag an der Südost-Küste erwartet wird, bezeichnete Trump die staatlichen Hilfeleistungen für die im vergangenen Jahr von einem Wirbelsturm verwüstete US-Insel Puerto Rico gestern als „fantastischen, unbeachteten Erfolg“. Die Wirklichkeit: Laut Behördenangaben starben dort rund 3000 Menschen. Unter anderem, weil die Hilfe vom Festland zu spät kam. Trump bestreitet das. Die Arbeit der Fakten-Prüfer der „Washington Post“ bezeichnet er als „Werk der Lügenpresse“.

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