Ernte-Ausfälle

Dürre: Bund will Bauern mit bis zu 170 Millionen Euro helfen

Agrarministerin Klöckner sieht wegen der Dürre Ernteschäden „nationalen Ausmaßes“. Das ist die Voraussetzung für Finanzhilfen vom Bund.

Die Bauern sind durch die lange Dürre arg gebeutelt, die Ernte fällt schlecht aus.

Die Bauern sind durch die lange Dürre arg gebeutelt, die Ernte fällt schlecht aus.

Foto: Frank May / dpa

Berlin.  Landwirte mit starken Einbußen wegen der Dürre sollen Nothilfen des Bundes bekommen. Angesichts von Ernteschäden „nationalen Ausmaßes“ will der Bund 150 Millionen bis 170 Millionen Euro ergänzend zu Länderprogrammen geben, sagte Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) am Mittwoch in Berlin. Insgesamt soll die Unterstützung mit den Ländern 340 Millionen Euro betragen.

Insgesamt seien durch die Dürre nach Angaben der Länder rund 10.000 Betriebe existenziell gefährdet. Die betroffenen Betriebe müssten mit einem Ertragsrückgang von 30 Prozent rechnen. Der Deutsche Bauernverband hatte angesichts der Dürre auf staatliche Nothilfen gedrungen.

„Wir erwarten, dass die Bundesländer und der Bund die Nothilfe-Situation auslösen“, sagte Rukwied am Mittwoch bei der Vorstellung der Erntebilanz in Berlin. Der Bauernverband hatte im Vorfeld eine Milliarde Euro Unterstützung gefordert. Zuletzt hatte der Bund 2003 wegen einer Dürre Hilfen gezahlt.

„Das ist ein nationales Ereignis“

Dabei gehe es nicht um „Unterstützung mit der Gießkanne“, sondern gezielt dort, wo es für Betriebe Existenznöte gebe und teils Mindererträge von 30 bis 70 Prozent aufgetreten seien. Im bundesweiten Schnitt sei die Ernte in diesem Jahr um 26 Prozent geringer ausgefallen als in den Jahren 2013 bis 2017, erklärte der Bauernpräsident

Mit einem Minus von 36 Prozent ist der Schaden beim Raps am größten. Die Weizenernte brach um 27 Prozent ein, die Wintergerste um 19 Prozent. „Das ist ein nationales Ereignis“, so Rukwied. Bislang war unklar, ob Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) Schäden von „nationalem Ausmaß“ feststellen würde.

Getreideernte fällt ganz schlecht aus

Ganz schwer getroffen habe es den Norden und Osten der Republik, sagte Rukwied. Er sprach von einer „ganz schlechten Getreideernte 2018“. Da es seit Wochen keine nennenswerten Niederschläge gegeben habe, litten auch Zuckerrüben und Kartoffeln. Die Futterbeschaffung sei für viele Viehhalter ebenfalls „ein riesiges Problem“. Es sei zu hoffen, dass Hilfen noch in diesem Jahr ausgezahlt werden könnten.

Klöckner will in einer Woche über Dürre-Hilfen entscheiden
Klöckner will in einer Woche über Dürre-Hilfen entscheiden

Mit Ausnahme von Obst zeichneten sich geringere Erntemengen ab, sagte der Bauernpräsident. Dies dürfte „mit Sicherheit zu stabilen, in manchen Bereichen auch leicht steigenden Preisen führen“. Rukwied sprach sich dafür aus, dass für Versicherungen, die auch Dürreschäden umfassen, ein geringerer Mehrwertsteuersatz gelten solle. Dies sei bei Hagelversicherungen bereits der Fall.

Bereits vor einigen Tagen meldeten acht Bundesländer wegen der Dürre Schäden in Höhe von drei Milliarden Euro. Extreme Dürre wie in diesem Sommer könnten indes zur Normalität werden. Der Doch die Dürre betrifft nicht nur die Bauern: Ein Klimaforscher warnte bei „Anne Will“ am Sonntag sogar vor unbewohnbaren Zonen. (bekö/küp/dpa/rtr)

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