Cyberattacke

Microsoft verhindert Hackerangriff auf Ziele in den USA

Hacker wollten den US-Senat und politische Denkfabriken des Landes angreifen. Sie sollen Verbindungen zu Russlands Geheimdienst haben.

Die Gruppe soll für weitere Angriffe verantwortlich sein. Auch in Deutschland.

Die Gruppe soll für weitere Angriffe verantwortlich sein. Auch in Deutschland.

Foto: Steve Marcus / REUTERS

Redmond.  Hacker mit mutmaßlichen Verbindungen zum russischen Geheimdienst haben Cyberattacken auf den US-Senat und konservative Denkfabriken vorbereitet. Microsoft übernahm die Kontrolle über sechs täuschend echt aussehende Webdomains, auf die Computer-Nutzer gelockt werden könnten, um ihre Geräte mit Schadsoftware zu infizieren.

Auf ähnliche Weise war vermutlich dieselbe Hackergruppe im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Computersysteme der demokratischen Partei eingebrochen und hatte in großem Stil Daten entwendet.

Russland- und Trump-kritische Seiten im Visier

Microsoft habe bisher keine Hinweise darauf, dass die sechs gelöschten Domains bereits für erfolgreiche Angriffe verwendet worden seien, teilte der Software-Konzern in der Nacht zum Dienstag mit.

Neben dem Senat mit Domainnamen wie „senate.group“ seien auch das International Republican Institute und das Hudson Institute ins Visier genommen worden. Die beiden Denkfabriken treten für einen harten politischen Kurs gegenüber Russland ein und stehen den Kritikern von US-Präsident Donald Trump in der Republikanischen Partei nahe.

Hackergruppe auch hinter Angriff auf Bundestag vermutet

Die Domains seien von der Hacker-Gruppe registriert worden, die im Westen unter den Namen APT28, „Fancy Bear“, „Strontium“ oder „Sofacy“ bekannt ist, erklärte Microsoft. Sie wird unter anderem auch hinter dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 vermutet.

Nach Einschätzung westlicher Experten stehen hinter der Gruppe russische Geheimdienste. Die russische Regierung wies stets eine Einmischung in den US-Präsidentschaftswahlkampf zurück. (dpa)