US-Währung

Donald Trump watscht Notenbank ab – Dollar geht auf Talfahrt

Steigende Zinsen in den USA gefallen US-Präsident Trump gar nicht. Er knöpfte sich die Notenbank vor – mit Folgen für den Dollar.

Der amerikanische Präsident Donald Trump während seines Interviews mit Reuters.

Der amerikanische Präsident Donald Trump während seines Interviews mit Reuters.

Foto: LEAH MILLIS / REUTERS

Frankfurt.  Mit seiner Kritik an der amerikanischen Notenbank Fed hat US-Präsident Donald Trump dem Dollar einen Dämpfer versetzt.

Die US-Währung schwächte sich im Vergleich zu anderen Devisen am Dienstag deutlich ab und notierte so schwach wie zuletzt vor knapp zwei Wochen. Der Euro stieg um bis zu 0,6 Prozent auf 1,1543 Dollar.

In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters hatte Trump zuvor den Kurs des Fed-Chefs Jerome Powell kritisiert. „Ich bin nicht davon begeistert, dass er die Zinsen erhöht. Nein, ich bin nicht begeistert“, sagte er. Vielmehr sollte sich die Federal Reserve zurückhalten und der Regierung „etwas helfen“. Zugleich warf Trump China und Europa vor, ihre Währungen zu manipulieren.

Analysten bleiben gelassen trotz Trump-Attacke

Solange Trump die Fed nur verbal angreife und nicht explizit versuche, Einfluss auf die Geldpolitik zu nehmen, habe dies keine weitgehenden Folgen für den Dollar-Kurs, schrieb Analystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank in einem Kurzkommentar.

Kritik kam von Bank-Experten. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, sagte: „Historisch ist das sehr ungewöhnlich. Seit Präsident Clinton galt eigentlich die unausgesprochene Regel, dass der Präsident die Notenbank-Politik nicht kommentiert. Mit dieser Regel hat Trump gebrochen.“ Trump befürchte offenbar, dass höhere Zinsen der US-Konjunktur schaden können. (rtr)