Lira-Krise

Nahles bringt deutsche Hilfen für die Türkei ins Gespräch

Das türkisch-deutsche Verhältnis ist angespannt. Doch im Zweifel müsste Berlin Ankara auch finanziell helfen, so SPD-Chefin Nahles.

SPD-Chefin Andrea Nahles im Interview mit unserer Redaktion

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Berlin.  SPD-Chefin Andrea Nahles hat deutsche Hilfen für die in Bedrängnis geratene Türkei ins Gespräch gebracht. „Es kann die Situation entstehen, in der Deutschland der Türkei helfen muss – unabhängig von den politischen Auseinandersetzungen mit Präsident Erdogan“, sagte sie dieser Redaktion.

„Die Türkei ist ein Nato-Partner, der uns nicht egal sein kann. Es ist in unser aller Interesse, dass die Türkei wirtschaftlich stabil bleibt und die Währungsturbulenzen eingedämmt werden“, so Nahles weiter. Den für September geplanten Staatsbesuch des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan in Deutschland findet Nahles richtig.

Türkische Lira auf Rekordtief

„Die Bundesregierung muss mit der Türkei auf allen Ebenen im Gespräch bleiben“, sagte sie. „Es ist meine klare Erwartung an die Bundeskanzlerin, dass natürlich auch kritische Fragen angesprochen werden – hierzu gehört insbesondere das Festhalten und die Inhaftierung von deutschen Staatsangehörigen in der Türkei.“

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Hintergrund von Nahles’ Äußerungen ist die gegenwärtige Währungskrise in der Türkei. Die türkische Lira hat seit Jahresbeginn rund 40 Prozent zum Dollar verloren und fiel zuletzt auf ein Rekordtief. Die Krise ausgelöst hatten Sorgen von Investoren über den wachsenden Einfluss von Erdogan auf die Wirtschaft und die Geldpolitik.

Streit mit den USA um Pastor

Für zusätzliche Spannungen sorgt ein Streit mit dem Nato-Partner USA um den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson. US-Präsident Trump fordert dessen sofortige Freilassung und hat Sanktionen gegen Ankara verhängt. Die Erdogan-Regierung weigert sich aber, Brunson freizulassen. (FMG/rtr/küp)

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