Terrorismus

Anklage gegen mutmaßlichen deutschen Taliban-Kämpfer

Ein 37-jähriger Deutscher soll in Afghanistan an Terroranschlägen der Taliban mitgewirkt haben. Jetzt wurde gegen ihn Anklage erhoben.

Taliban in der Stadt Ghanikhel im Norden Afghanistans (Symbolbild).

Taliban in der Stadt Ghanikhel im Norden Afghanistans (Symbolbild).

Foto: Parwiz Parwiz / REUTERS

Karlsruhe/Berlin.  Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Anklage gegen einen 37-jährigen Deutschen in Düsseldorf erhoben, der als Mitglied der Taliban in Afghanistan und Pakistan an Terroranschlägen beteiligt gewesen sein soll. Dies teilte am Freitag der Generalbundesanwalt mit.

Demnach soll der Verdächtige Thomas K. im August 2012 nach Pakistan gereist sein und sich im Frühjahr 2013 in Bezirk Waziristan an der Grenze zu Afghanistan den islamistischen Taliban angeschlossen haben.

Den Ermittlern zufolge nahm K. dort an einer militärischen Ausbildung teil, unter anderem soll er am Sturmgewehr Kalaschnikow AK 47 ausgebildet worden sein. Ab August 2013 hätten die Taliban K. dann laut Bundesanwaltschaft „in einer ihrer für Selbstmordanschläge zuständigen Einheiten“ eingesetzt.

Laut Anklage beteiligte sich K. an der Fertigung von Sprengsätzen und am Ausspähen möglicher Anschlagsziele. Im Gegenzug soll er „freie Kost und Logis sowie einen monatlichen Sold von 1000 Rupien“ bekommen haben.

Propaganda-Video für die Taliban gedreht

K. habe sich auch selbst auf die Durchführung eines eigenen Selbstmordanschlags vorbereitet. Dazu habe er an einem Fahrtraining teilgenommen. „Daneben begann der Angeschuldigte, ein Propaganda-Video für die Taliban herzustellen“, so die Bundesanwaltschaft.

Dafür habe K. an einem Angriff der Taliban-Kämpfer auf einen Militärstützpunkt der afghanischen Armee teilgenommen. Der Stützpunkt sei mit fünf Mörsergranaten beschossen worden, die ihr Ziel jedoch verfehlten. Der Angeschuldigte habe selbst eine der Granaten gezündet und sich dabei filmen lassen.

Im Frühjahr 2017 wechselte K. laut Anklage zur Taliban-Spezialeinheit „Red Unit“ in Helmand. Zudem sei er als Muezzin tätig gewesen und habe „regelmäßig Bittgebete“ gesprochen.

Thomas K. wurde am 28. Februar 2018 bei einer militärischen Operation von afghanischen Sicherheitsbehörden festgenommen. Er wurde im April 2018 nach Deutschland überstellt und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. (W.B.)