Berlin

Lindner kritisiert „MeTwo“-Debatte als einseitig

Berlin. FDP-Chef Christian Lindner hat die „MeTwo“-Debatte über Rassismus im Alltag als einseitig kritisiert. Es gebe in Deutschland „seit Langem eine Alltagsdiskriminierung von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, vor allem aus der Türkei“, sagte Lindner unserer Redaktion. „Zu dieser Debatte gehört aber ein zweiter Aspekt. In der türkischstämmigen Gemeinschaft gibt es eine Geringschätzung freiheitlicher Werte. Bemühungen, sich zu integrieren, werden vernachlässigt.“ „MeTwo“ solle sich daher einer doppelten Frage widmen, forderte Lindner. „Einerseits müssen wir uns als aufnehmende Gesellschaft der Realität stellen, dass wir nicht so offen, tolerant und liberal sind, wie wir das selber immer von uns sagen und glauben. Auf der anderen Seite muss es eine klare Ansage geben, dass wir in Deutschland freiheitliche Werte haben, zu denen wir offensiv stehen.“ Auf Toleranz könne man sich nicht berufen, wenn man sie von innen aushöhlen wolle.

Unter dem Hashtag „MeTwo“ schildern Menschen ihre Erlebnisse mit Alltagsrassismus. Auslöser war der Rücktritt des Fußballspielers Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft. Özil hatte Rassismus-Erfahrungen angeprangert und unter anderem kritisiert, Funktionäre des DFB hätten seine türkischen Wurzeln nicht respektiert.

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