Kommentar

Die Kleinstaaterei am Taxistand muss ein Ende haben

Es ist völlig absurd, wenn Fluggäste am Airport in Schönefeld keine Taxis für den Heimweg finden, meint Joachim Fahrun.

Berlin/Schönefeld. Es ist absurd, was sich seit Jahren am Flughafenterminal in Schönefeld abspielt. Fluggäste finden nach langer Reise keine Taxis für den Heimweg, vor allem dann, wenn sie nachts ankommen. Denn nur die wenigen LDS-Taxis aus dem Landkreis Dahme-Spreewald dürfen dort Menschen aufnehmen. Und wenn Fluggäste aus Berlin mit dem Taxi den SXF ansteuern, kann der Fahrer keine ankommenden Passagiere wieder mit zurücknehmen, sondern muss leer nach Berlin fahren. Das Gleiche gilt auch für die Kollegen aus den brandenburgischen Umland-Kreisen, die Fahrgäste nach Berlin kutschieren. Ein ökologischer und ökonomischer Irrsinn.

Bisher ist es das Recht einer jeden Kommune, die Monopolstellung ihrer eigenen Taxiunternehmer auf ihrem Gebiet zu verteidigen. Für eine Region, in der sich aber wie im Falle des Flughafens Schönefeld eine für die Millionenmetropole wesentlicher Anziehungspunkt jenseits der Landes- und Gemeindegrenzen befindet, ergibt eine solche Regel überhaupt keinen Sinn. Allerspätestens wenn der neue Flughafen BER auf dem Territorium des LDS an den Start geht, muss diese Praxis enden. Am dann einzigen Flughafen der Region werden an Spitzentagen 100.000 Menschen an- und abfliegen. Auch wenn der BER besser per Bahn zu erreichen ist als bisher TXL und SXF, so werden doch viele Leute mit dem Taxi anreisen. Die Vorstellung, dass LDS dann Tausende neue Taxilizenzen vergibt, um diese Nachfrage zu decken, ist lächerlich, angesichts von 8000 Berliner Taxen.

Es ist dringend geboten, auch für diesen Teil des öffentlichen Personennahverkehrs endlich die Interessen der Fahrgäste in den Blick zu nehmen. Berlin und sein Umland brauchen eine einheitliche Zulassung für Taxis, nicht nur wegen des Flughafens. Denn es gibt ja auch Fahrgäste, die von Tegel nach Kremmen oder von Zehlendorf nach Potsdam wollen. Die Kleinstaaterei am Taxistand muss ein Ende haben.

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