München

Flüchtlingsstreit mit CDU zahlt sich für CSU nicht aus

Verlust der Sonderrolle nach Landtagswahl droht. Kleinkrieg zwischen Seehofer und Söder

München.  Nach der Eskalation des Flüchtlingsstreits mit der CDU kehrt die CSU die Scherben zusammen. In der bayerischen Partei wächst die Erkenntnis, dass ihr die Attacken auf die Politik von CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr geschadet als genutzt haben. Drei Monate vor der Landtagswahl sinken die Umfragewerte der CSU in Bayern unter 40 Prozent, während sich der Angstgegner AfD hartnäckig bei zwölf bis 14 Prozent hält.

Mittlerweile müssen CSU-Chef Horst Seehofer und Ministerpräsident Markus Söder nicht nur den Verlust der absoluten Mehrheit bei der Landtagswahl am 14. Oktober befürchten. Möglich scheint nun auch, dass die CSU erstmals seit einem halben Jahrhundert sogar mehr als einen Koalitionspartner zum Regieren in Bayern braucht. Die CSU droht ihren Nimbus als Stimme des zweitgrößten deutschen Bundeslands zu verlieren.

Zunächst wird in der CSU allerdings erwartet, dass Söder ein gutes Wahlergebnis einfährt. Die Schuld an den Umfragewerten schiebt er auf die Bundespolitik. „Die Umfragewerte, die wir im Moment haben, sind überwiegend geprägt von Berliner Entscheidungen.“ Kritik übte Söder auch an Seehofers Rücktrittsdrohung während des Asylstreits: „Solche Wochenenden braucht es nicht mehr.“ Seehofers Retourkutsche kam prompt. Er habe Söder ein prosperierendes Land und eine absolute Regierungsmehrheit hinterlassen, erinnerte der langjährige Ministerpräsident seinen Nachfolger. „Er hat alle Chancen – und kann mit seiner Staatsregierung CSU pur umsetzen“, sagte Seehofer der „Augsburger Allgemeinen“.

( rtr )

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