Verhaftung

Deutsche soll IS-„Sittenpolizistin“ im Irak gewesen sein

In Schwaben wurde eine 27-jährige Deutsche verhaftet. Sie soll für den IS im Irak als Sittenpolizisten patrouilliert haben, heißt es.

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Haftbefehl gegen eine mutmaßliche IS-Helferin erwirkt.

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe hat Haftbefehl gegen eine mutmaßliche IS-Helferin erwirkt.

Foto: imago stock&people / imago/Winfried Rothermel

Karlsruhe.  Die Bundesanwaltschaft hat in Schwaben eine 27-jährige deutsche Staatsangehörige verhaften lassen. Jennifer W. wird vorgeworfen, sich als Mitglied an der terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“ beteiligt zu haben. Die Frau wurde bereits am 29. Juni festgenommen.

Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, soll Jennifer W. Ende August 2014 Deutschland verlassen haben, um sich dem IS anzuschließen. Über die Türkei und Syrien sei sie im September 2014 in den Irak eingereist und habe sich dem IS angeschlossen.

In irakischen Parks Frauen kontrolliert

„Fortan patrouillierte die Beschuldigte für die ,Sittenpolizei’ des IS abends in den Parks der irakischen Städte Falludscha und Mossul“, heißt es in der Mitteilung weiter. Ihre Aufgabe war es demnach darauf zu achten, dass Frauen die von der Terrororganisation aufgestellten Verhaltens- und Bekleidungsvorschriften einhalten. Als monatliche Entlohnung habe Jennifer W. hierfür vom IS zwischen 70 und 100 US-Dollar erhalten.

Ende Januar 2016 suchte die Beschuldigte die deutsche Botschaft in Ankara auf und beantragte dort neue Ausweispapiere. Beim Verlassen des Botschaftsgebäudes wurde sie von Angehörigen türkischer Sicherheitsbehörden festgenommen. Wenige Tage später wurde sie in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben. Seither habe es sich die Frau „zum Ziel gesetzt, in das Herrschaftsgebiet des IS zurückzukehren“. (W.B.)