Reise

Prinz William trifft Palästinenserpräsident Mahmud Abbas

Kein Mitglied der britischen Königsfamilie hat Israel seit Staatsgründung offiziell besucht – bis jetzt. Prinz William traf auch Abbas.

Der britische Prinz William hat Mahmud Abbas getroffen.

Der britische Prinz William hat Mahmud Abbas getroffen.

Foto: Pool / Getty Images

Tel Aviv.  Der britische Prinz William hat während seines historischen Besuchs im Heiligen Land Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getroffen. „Es ist uns ernst damit, Frieden mit Israel zu schließen, damit beide Länder in Sicherheit und Stabilität in den Grenzen vom 4. Juni 1967 leben können“, sagte Abbas nach Angaben der Nachrichtenagentur Wafa am Mittwoch in seinem Amtssitz in Ramallah.

Er hoffe darauf, dass Prinz Williams nächster Besuch stattfinde, wenn Palästina unabhängig sei. Es ist der erste offizielle Besuch eines Mitgliedes der britischen Königsfamilie im Heiligen Land seit der israelischen Staatsgründung vor 70 Jahren.

„Ich weiß, ich teile eine Sehnsucht mit Ihnen allen, und mit Ihren Nachbarn, nach einem gerechten und anhaltenden Frieden“, hatte Prinz William bei einer Rede am Dienstabend in der Nähe von Tel Aviv gesagt.

Ehemalige Mandatsmacht in Palästina

Der 36-Jährige bereist seit Sonntag den Nahen Osten. In Jordanien traf er Kronprinz Al-Hussein bin Abdullah, in Israel Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Präsident Reuven Rivlin.

Israel hatte 1967 während des Sechstagekrieges unter anderem das Westjordanland, den Gazastreifen und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser beanspruchen dagegen die Gebiete für einen eigenen Staat Palästina mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Die Akteure des Nahostkonflikts
Die Akteure des Nahostkonflikts

Als ehemalige Mandatsmacht in Palästina hatte Großbritannien großen Einfluss auf die historischen Entwicklungen in der Region. Im November 1917 hatte der britische Außenminister Arthur Balfour etwa in einem Schreiben an den britischen Zionisten Lionel Walter Rothschild zugesichert, das Vorhaben einer nationalen Heimstätte für Juden in Palästina zu unterstützen. Die Erklärung bahnte den Weg für die Gründung des Staates Israel 1948.

Vertreibung von 700.000 Palästinensern

Der Staatsgründung folgte allerdings auch ein Krieg mit den arabischen Nachbarn und die Flucht und Vertreibung von rund 700.000 Palästinensern. Auf palästinensischer Seite gilt das Schreiben daher als historischer Fehler.

Abbas hatte im vergangenen Jahr die britische Regierung aufgefordert, auf ein Ende der israelischen Besatzung im Westjordanland und die Gründung eines palästinensischen Staates hinzuarbeiten. (dpa)

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