Braunkohle

Kohlekommission berät erstmals – NRW bangt um Tausende Jobs

Viele Jobs hängen an der Braunkohle in den nordrhein-westfälischen Revieren. Dennoch wird in Berlin nun der Kohleausstieg geplant.

Foto: Oliver Berg / dpa

Berlin/Düsseldorf.  In Berlin kommt an diesem Dienstag erstmals die neue Kohlekommission der Bundesregierung zusammen. Deren Entscheidungen sind zentral für die Zukunft des Rheinischen Reviers. Das Gremium soll bis Ende des Jahres unter anderem ein Datum für den Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle , einen Ausstiegspfad sowie Perspektiven für neue Jobs in den Kohleregionen wie der Lausitz vorschlagen.

Außerdem geht es um Maßnahmen, wie die Lücke zu Klimaschutzzielen 2020 geringer gehalten werden kann. In der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ sitzen Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Wissenschaft, Politik und betroffenen Regionen.

Warnung vor übereilten Ausstiegsszenarien

Die Wirtschaftsminister der Kohle-Länder Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Brandenburg hatten vor der ersten Sitzung der Kommission vor übereilten Ausstiegsszenarien gewarnt. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisierten sie am Montag, dass die Bundesnetzagentur in einem kürzlich vorgelegten Entwicklungsplan den Ausstieg aus der Kohle beschleunigen wolle.

Die Reduktion von Kraftwerkskapazitäten solle von 2030 auf 2025 vorgezogen werden. Das weise „für uns überraschend in die völlig falsche Richtung“, sagte der nordrhein-westfälische Ressortchef Andreas Pinkwart (FDP).

Kohle-Gegner dringen in rheinischen Tagebau ein

Im Rheinischen Revier zwischen Köln und Aachen gibt es Abbaugenehmigungen bis 2045. Rund 10.000 Arbeitsplätze hängen dort direkt am Braunkohleabbau und der Verstromung.

Farbige Aktion von Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte indessen mit einer Farbaktion in Berlin einen schnellen Kohleausstieg. Rund um die Siegessäule verteilte Greenpeace gelbe Farbe. Abwaschbar, wie die Organisation betonte. Zu sehen ist die Aktion auf einem Video, das Greenpeace auf Twitter teilte.

https://twitter.com/greenpeace_de/status/1011494093313191938?s=21 (dpa)

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