Handelskrieg

EU-Staaten stimmen für Strafzölle auf US-Produkte

Neue Eskalation im Handelskrieg zwischen Europa und USA: Die EU-Staaten stimmten am Donnerstag für Abgaben auf Produkte aus Amerika.

Die Europäische Union geht auf Konfrontationskurs zu den USA.

Die Europäische Union geht auf Konfrontationskurs zu den USA.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Brüssel.  Die EU-Staaten bringen die 2,8 Milliarden Euro schweren Vergeltungszölle gegen die USA auf den Weg. Vertreter der Länder hätten die von der EU-Kommission aufgesetzte Liste von Zöllen auf US-Produkte einstimmig angenommen, sagten drei mit der Sache vertraute Personen am Donnerstag in Brüssel.

Die Strafabgaben werden auf Waren wie Jeans, Erdnussbutter oder Motorräder fällig. Sie sind die Antwort der EU auf die Anfang des Monats verhängten US-Zölle auf Stahl und Aluminium aus Europa.

Strafzölle gelten wohl ab Anfang Juli

Die Zölle müssen formell noch von den EU-Kommissaren abgesegnet werden. Das nächste Treffen ist für den 20. Juni angesetzt. Danach sollen sie voraussichtlich Ende des Monats oder Anfang Juli Inkrafttreten - ähnlich wie die neuen Abgaben von Kanada gegen die USA.

US-Präsident Donald Trump prüft derzeit die Verhängung von zusätzlichen Zöllen auf Autos aus europäischer Produktion. Die würden insbesondere deutsche Hersteller treffen.

Gleichzeitig bereitet die Kommission noch eine zweite Stufe von Strafzöllen gegen die USA vor. Die könnten ab 2021 bei weiteren US-Produkten im Wert von 3,6 Milliarden Euro fällig werden. Damit nimmt Brüssel insgesamt US-Waren im Wert von 6,4 Milliarden Euro ins Visier - genau der Zollwert, mit dem Washington nun Stahl und Aluminium belegt. (rtr)

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