Fehde

Wie sich Robert de Niro und Donald Trump beschimpfen

Donald Trump nennt Schauspieler Robert De Niro auf Twitter „Kasper“: Die Hollywood-Legende hatte den US-Präsidenten wild beschimpft.

Robert De Niro und Donald Trump, zwei New Yorker in den 70ern, sind nicht zimperlich mit ihren Aussagen übereinander. Dabei ist der eine US-Präsident und der andere eine Hollywood-Legende.

Robert De Niro und Donald Trump, zwei New Yorker in den 70ern, sind nicht zimperlich mit ihren Aussagen übereinander. Dabei ist der eine US-Präsident und der andere eine Hollywood-Legende.

Foto: Lucas Jackson, Carlos Barria / Reuters/Montage FMG

New York/Washington.  Donald Trump ist berüchtigt für seine Unfähigkeit, Kritik anzunehmen. Da ist sich der US-Präsident auch nicht zu schade, Menschen vor seinen rund 53 Millionen Twitter-Followern und wegen der dort versammelten internationalen Presse faktisch vor der Welt abzukanzeln. So passiert es jetzt US-Kino-Legende Robert de Niro.

De Niro („Taxi Driver“, „Casino“) ist genauso New Yorker wie der Präsident, und wohl nicht erst mit 74 Jahren in einem Alter, in dem ihm relativ viel egal ist. Zum Beispiel Umgangsformen: Als am Sonntagabend in New York die Tony Awards, die renommiertesten Theaterpreise der USA, vergeben wurden, trat der als Trump-Kritker bekannte Mime ans Mikro und sagt laut Ohrenzeugen: „Ich will nur eins sagen: Fuck Trump! Es kann nicht mehr heißen: Weg mit Trump!, es heißt fuck Trump!“

Die Welt muss sich auf die Zeugenberichte verlassen: Die Vier-Buchstaben-Beschimpfung ist auf den meisten US-Kanälen unsendbar, die Regisseure der Show-Übertragung bei CBS reagierten schnell und drehten De Niro bei der ganz kurz verzögerten Ausstrahlung den Ton ab.

De Niro hat Trump schon öfter deutlich kritisiert

Es war nicht das erste Mal, dass De Niro Trump deutlich kritisierte – und auch nicht das letzte Mal. Schon einen Tag nach dem unflätigen Auftritt bei der Tony-Verleihung legte der Mann mit dem markanten Gesicht nach, als er bei einem Termin im kanadischen Toronto kurz nach Trumps G7-Eklat beim USA-Nachbarn um Verzeihung bat: „Ich will mich für das idiotische Verhalten meines Präsidenten entschuldigen“, sagte der US-Schauspieler, „das ist eine Schande.“

Am Wochenende hatte Trump via Twitter das angekündigte Ja zur Abschlusserklärung des G7-Gipfels in Kanada zurückgezogen. Der 71-Jährige begründete das mit Aussagen von Kanadas Premier Justin Trudeau zu US-Strafzöllen. Trump nannte den 46-Jährigen auf Twitter „unehrlich“ und „schwach“. Offenbar zu viel für De Niro: „Ich entschuldige mich bei Justin Trudeau und den anderen G7-Leuten. Es ist widerlich.“

Donald Trump unterstellt De Niro Hirnerkrankung

So etwas lässt Donald Trump nicht auf sich sitzen. Auf dem Rückweg vom historischen Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur hatte der US-Präsident nichts Wichtigeres zu tun, als De Niro ebenfalls zu beschimpfen: „Robert De Niro, eine Person mit sehr niedrigem IQ, hat in Filmen von echten Boxern zu viele Schläge auf den Kopf bekommen“, spielte Trump auf De Niros legendäre Rolle als Boxer in „Wie ein wilder Stier“ an. „Ich habe ihn mir gestern angesehen, und ich glaube wirklich, er leidet am Boxersyndrom“, diagnostizierte Trump.

Und brachte auch gleich noch einen Superlativ über seine Arbeit unter: „Ich nehme an, ihm ist nicht klar, dass wir die beste Wirtschaft aller Zeiten haben.“ Trump schloss mit „Wach auf, Punchy!“ Punch heißt auf Deutsch Faustschlag, aber auch Kasper.

Donald Trump hatte sich nach Kritik von Hollywood-Legende Meryl Streep im Januar 2017 schon einmal in der Bewertung von Schauspieler-Leistung versucht und Streep als „eine der am meisten überwerteten Schauspielerinnen in Hollywood“ bezeichnet. Mit der Meinung steht er relativ allein: Die 68-Jährige hat unübertroffene 21 Oscar-Nominierungen und den begehrtesten Filmpreis auch dreimal gewonnen; so hoch Oscar-prämiert sind insgesamt sechs Filmschauspieler auf der Welt.

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