Ministerin

Klöckner setzt sich für Schweinefleisch in Schulkantinen ein

Ernährungsministerin Julia Klöckner ist gegen die Verbannung von Schweinefleisch aus Schulen. Das Essen solle eine gute Auswahl bieten.

Viele Schulkantinen nehmen Schweinefleisch zunehmend vom Speiseplan (Symbolfoto).

Viele Schulkantinen nehmen Schweinefleisch zunehmend vom Speiseplan (Symbolfoto).

Foto: Highwaystarz-Photography / Getty Images/iStockphoto

Berlin.  Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ist dagegen, Schweinefleisch in Schulkantinen etwa aus religiösen Gründen vom Speiseplan zu nehmen. Schulessen solle „gesund und ausgewogen“ sein, sagte die CDU-Politikerin dieser Redaktion. Auf Schweinefleisch zu verzichten „hielte ich für falsch“.

Gesunder Menschenverstand sei gefragt. Sie rate dazu, „die Kirche im Dorf zu lassen“, so Klöckner. Die Ministerin betonte: „Schulessen sollte eine gute Auswahl bieten, dazu gehört auch vegetarisches Essen oder welches ohne Schweinefleisch, aber nicht ausschließlich.“

Schweinefleisch verschwindet von den Speiseplänen

Ernährungsexperten beobachten, dass Schweinefleisch zunehmend von den Speiseplänen verschwindet. „Viele Caterer und Kantinen bieten kaum noch Schweinefleisch an. Manche haben es ganz aus dem Programm genommen“, sagte Ulrike Arens-Azevedo, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), dieser Redaktion.

„Das liegt daran, dass immer mehr Kunden vegetarische Gerichte essen wollen. Das liegt aber auch an der wachsenden Zahl von Kindern, die aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen.“ Die Anbieter wollten nicht auf ihren Mahlzeiten sitzen bleiben – „das ist also eine ganz pragmatische Entscheidung“.

Klöckner gegen Absenkung der Mehrwertsteuer für Schulessen

Die DGE spricht sich für Steuersenkungen zur Verbesserung der Essensqualität aus: „Eine generelle Absenkung der Mehrwertsteuer für Essen in Schulen und Kitas auf sieben Prozent wäre ein erster Schritt. Das würde den Kostendruck für einen großen Teil der Anbieter zumindest ein wenig reduzieren. Der Kostendruck ist nicht zuletzt durch Tarifsteigerungen und den Mindestlohn deutlich stärker geworden“, so DGE-Präsidentin Arens-Azevedo.

Ministerin Klöckner erteilte solchen Forderungen eine klare Absage. Eine pauschale Absenkung der Mehrwertsteuer für Schulessen sei „ein Trugschluss und trägt nicht automatisch zu gesünderer Verpflegung bei“, sagte sie. Klöckners Amtsvorgänger Christian Schmidt (CSU) hatte dagegen eine solche Maßnahme zur Verbesserung der Essensqualität vorgeschlagen. (FMG)