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In Bayern gilt jetzt Kreuzpflicht – Söder fliegt zum Papst

Ein Kreuz in allen Behörden – die umstrittene Regelung in Bayern tritt heute in Kraft. Regierungschef Söder holt sich Beistand in Rom.

Markus Söder: Darum bin ich jetzt kein grünes Monster mehr

Markus Söder: Der designierte bayerische Ministerpräsident verkleidet sich gerne. Redakteurin Johanna Rüdiger fragt ihn, ob er im neuen Amt der "Shrek" bleibt – oder ob er vielleicht plötzlich ganz zahm geworden ist.

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München/Rom.  In Bayern gilt von diesem Freitag an die umstrittene Kreuzpflicht für Landesbehörden. Auf Anordnung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll in allen Dienstgebäuden des Freistaates ein Kreuz im Eingangsbereich hängen.

Damit soll nach dem Willen der Staatsregierung die christlich-abendländische Tradition Bayerns deutlich gemacht werden. Einzig Hochschulen, Theater und Museen sind von Verpflichtung ausgenommen.

Die Regelung ist nicht nur in der Opposition auf Kritik gestoßen, selbst hochrangige Vertreter der Kirchen hatten mit Blick auf die Landtagswahl im Herbst vor einer Instrumentalisierung des Kreuzes für politische Zwecke gewarnt . Kardinal Reinhard Marx kritisierte, der Vorstoß sorge für „Spaltung und Unruhe“.

Bayerns SPD-Chefin Natascha Kohnen forderte die Annullierung der Kreuz-Pflicht in bayerischen Behörden. „Ein souveräner Ministerpräsident würde den Fehler einräumen und den Erlass zurücknehmen“, sagte Kohnen der „Augsburger Allgemeinen“. Söder habe das Kreuz für ein Wahlkampf-Manöver missbraucht. „Das hat mich wie viele andere Christinnen und Christen empört.“

Parallel zum Inkrafttreten des Erlasses trifft Markus Söder am Freitag im Vatikan mit Papst Franziskus und dessen Vorgänger Benedikt XVI zusammen. Am Freitagvormittag ist er im Apostolischen Palast zu einer Privataudienz bei Franziskus eingeladen, anschließend will er sich im Kloster Mater Ecclesiae mit Benedikt XVI. treffen. (dpa)