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AfD zahlt für Teilnahme an Berlin-Demo – Wirbel um E-Mail

Im Netz verbreitet sich eine interne E-Mail der AfD. Darin bietet sie Partei-Mitgliedern Geld für eine Demo-Teilnahme. Was ist dran?

Die AfD plant am Sonntag eine Demo in Berlin.

Die AfD plant am Sonntag eine Demo in Berlin.

Foto: dpa Picture-Alliance / Christophe Gateau / picture alliance / Christophe Ga

Berlin.  Im Netz kursiert eine E-Mail, in der die AfD ihren Mitgliedern 50 Euro für die Teilnahme an einer AfD-Demonstration am Sonntag in Berlin anbietet. Es geht dabei um eine Demonstration der AfD in Berlin am kommenden Sonntag unter dem Motto „Zukunft Deutschland“. Die Rechtspopulisten haben 10.000 Teilnehmer angemeldet.

Der Landesvorstand der AfD Rheinland-Pfalz, so heißt es in der Nachricht, habe ein Gesamtbudget von 1500 Euro, um die ersten 30 Mitglieder zu unterstützen, die ihre Teilnahme nachweisen könnten. Der Hintergrund: Mit dem Geld wolle der Landesvorstand den Anreiz erhöhen, nach Berlin zu fahren und dort zu demonstrieren. Uwe Junge, der Landesvorsitzende der AfD in Rheinland-Pfalz, bestätigte gegenüber „t-online.de“ die Echtheit der E-Mail.

Busfahrt nach Berlin verworfen

Auch der Pressesprecher des Landesvorstands Rheinland-Pfalz bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass der Vorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen habe, die Teilnahme an der Demo mit einem entsprechenden Betrag zu fördern.

Es habe die Überlegung gegeben, einen Bus nach Berlin zu organisieren oder einen Zuschuss bei eigener Anreise zu zahlen, erklärte Classen. Der Landesvorstand habe sich für die flexiblere Lösung des Zuschusses entschieden. Die Teilnehmer reisten nun einmal aus unterschiedlichen Ecken von Rheinland-Pfalz an.

Absender der kursierenden E-Mail mit der Betreffzeile „Zuschuss zur Teilnahme an der Großdemo in Berlin!“ ist der Landesvorsitzende Junge. „Als Nachweis (für die Demo-Teilnahme) wäre auch ein Bild mit mir am Washington-Platz möglich! ;-)“, schreibt er in der Nachricht.

Von anderer Seite wurde die Bezahlung zunächst dementiert. „Das ist absoluter Quatsch“, sagte Steffen Königer, Mitglied des Bundesvorstands, auf Nachfrage unserer Redaktion. Später relativierte er die Aussage. „Das ist die Idee eines Einzelnen, die nicht abgesprochen war und bei uns gibt es sowas nicht“, sagte das Mitglied des Bundesvorstandes.

Gerüchte um die Bezahlungen von Demonstrations-Teilnehmern verbreiten sich immer wieder im Netz. Im Umlauf ist auch immer wieder die Verschwörungstheorie, dass sich Antifas für den Protest bezahlen lassen. (les)

Anmerkung: In einer vorigen Fassung dieses Textes war von einer „offenbar gefälschten E-Mail“ die Rede. Nach der Stellungnahme des Landesvorstands wurde der Text bearbeitet.

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