Rassismus-Debatte

Bäcker-Anekdote – Lindner erhält Rückendeckung von der AfD

Beim Bäcker in der Schlange – FDP-Chef Lindner hat eine Rassismus-Debatte ausgelöst. Nun gibt es Beistand – ausgerechnet von der AfD.

FDP-Chef Lindner: Wenn ein Ausländer beim Bäcker ein Brötchen bestellt

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP, hat auf dem Parteitag seiner Partei am Samstag ein etwas gewagtes Bild bemüht, um seine Vision von Einwanderungspolitik zu erklären.

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Berlin.  Die AfD hält die Rassismus-Debatte um eine Äußerung von FDP-Chef Christian Lindner für völlig überzogen – und unterstützt den Liberalen. Nicht ohne Süffisanz.

„Schön, wenn nun einer wie Lindner, der uns von der AfD permanent und komplett zu Unrecht einer Fremdenfeindlichkeit und eines Rassismus zeiht, die uns vollkommen fremd sind, einmal selbst mit diesem unberechtigten Vorwurf konfrontiert wird“, sagte der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen der Deutschen Presse-Agentur. Vielleicht werde Lindner aus dieser Episode lernen, diesen Vorwurf „künftig nicht mehr so leichtfertig in den öffentlichen Raum zu stellen“.

Lindners Geschichte aus der Schlange beim Bäcker

AfD-Vize Georg Pazderski sagte: „Die Altparteien können gar nicht mehr anders, als die Positionen der AfD zu übernehmen, weil sie sonst den Anschluss an die Realpolitik und die Bürger endgültig verlieren.“ Die Liberalen unter Lindner liefen nur dem Trend hinterher, um sich wieder einmal politisch anzubiedern.

Lindner hatte auf dem FDP-Parteitag eine Anekdote beschrieben, die ihm ein Bekannter mit Migrationshintergrund erzählt habe. Da bestellt jemand beim Bäcker „mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen“ – und die Leute in der Schlange wüssten nicht, „ob das der hoch qualifizierte Entwickler Künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer“, sagte Lindner. Diese Unsicherheit könne Angst auslösen.

Kritik an Lindner vom linken CDU-Flügel

Der Vize-Vorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, kritisierte Lindner scharf. „Mit seiner Stimmungsmache gegen Dunkelhäutige und Hartz-IV-Empfänger mit Flüchtlingsgeschichte betreibt Christian Lindner das Geschäft der AfD“, sagte Bäumler dem „Handelsblatt“ .

Die FDP spalte damit die Gesellschaft und entferne sich von ihren liberalen Wurzeln, so Bäumler weiter. Die Würde jedes Einzelnen habe Lindner auf den „liberalen Friedhof“ befördert.

Unterstützung erhielt Lindner von CDU-Vize Julia Klöckner. „Ich finde, wir sollten auch die Kirche im Dorf lassen und jetzt nicht Herrn Lindner die Rassismus-Keule überziehen“, sagte die stellvertretende Parteichefin am Rande einer Sitzung des Parteipräsidiums am Montag in Berlin.

In sozialen Netzwerken wurde diese Äußerung teils als rassistisch gewertet. Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka sprach gegenüber der dpa von einer „dümmlichen Anekdote“. Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, nahm Lindner in Schutz.

„Wenn wir unsere Regeln für Flucht und Einwanderung nicht klar durchsetzen, dann bringt dieses Zaudern alle Einwanderer in Misskredit“, schrieb er am Sonntagabend bei Twitter. Nichts anderes habe Lindner gesagt. „Wer darin Rassismus erkennen will, ist nicht mehr ganz bei Trost.“

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