Kommunalwahl

Kein politisches Motiv für Attacke auf Freiburgs OB Horn

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Der neu gewählte Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) wurde bei einer Wahlparty attackiert.

Der neu gewählte Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) wurde bei einer Wahlparty attackiert.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Martin Horn konnte einen Wahlsieg nicht richtig feiern. Ein Mann brach ihm am Sonntag die Nase. Um Politik ging es dabei aber nicht.

Freiburg.  Die Attacke auf den neu gewählten Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn ist nicht politisch motiviert gewesen. Das haben erste Ermittlungen des Staatsschutzes ergeben, wie die Polizei am Montag mitteilte.

Der Nachfolger des grünen Oberbürgermeisters von Freiburg, Dieter Salomon, wurde bei seiner Wahlparty am Sonntagabend brutal geschlagen.

Bei dem festgenommenen Angreifer, einem 54-Jährigen aus dem Raum Freiburg, gebe es Hinweise auf eine psychische Erkrankung. Der Mann hatte dem 33-jährigen parteilosen Politiker, der von der SPD unterstützt wird, unvermittelt ins Gesicht geschlagen.

Mit gebrochener Nase ins Krankenhaus

Horn berichtete in einem Video auf Facebook: „Ich habe eine gebrochene Nase, zwei kleine Stiche und einen abgebrochenen Zahn.“ Doch sollten sich seine Anhänger von so einem Zwischenfall nicht die Laune verderben lassen. Er wurde in einem Krankenhaus behandelt, nahm aber später am Abend wieder an seiner Siegesfeier teil.

Die Polizei schaltete in der Nacht ein Hinweisportal im Internet frei. Dort können Zeugen Bilder und Videos des Angriffs hochladen.

Dieter Salomon zieht sich als Berufspolitiker zurück

Horn hatte bei der Oberbürgermeisterwahl am Sonntag gesiegt und wird zum 1. Juli Nachfolger des Grünen-Politikers Dieter Salomon. Salomon war vor 16 Jahren zum Stadtoberhaupt gewählt worden. Er war erster grüner Oberbürgermeister einer deutschen Großstadt. Der 57-Jährige hatte bereits vorab angekündigt, im Falle einer Wahlniederlage in den Ruhestand zu gehen.

„Für mich beginnt nun ein neuer Lebensabschnitt“, sagte er am Wahlabend. Nach vielen Jahren als Berufspolitiker verlasse er nun seine politischen Ämter. Es sei ihm nicht gelungen, die Mehrheit der Wähler zu überzeugen. „Martin Horn ist der Sieger“, sagte Salomon. Dies müssten er und seine Unterstützer anerkennen.

Wahlergebnis ist Rückschlag für die Grünen

Horn, Europa- und Entwicklungskoordinator bei der Stadt Sindelfingen, hatte sich bereits im ersten Wahlgang vor Salomon an die Spitze gesetzt. Das Wahlergebnis wurde als Schlappe für die Grünen und die CDU gewertet – die beiden Parteien hatten sich für Salomons Wiederwahl stark gemacht. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 51,7 Prozent.

Freiburg ist mit rund 230.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Baden-Württemberg. Vor Salomon hatte 40 Jahre lange die SPD den Oberbürgermeister in Freiburg gestellt. (dpa/sth)

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