Karlsruhe

Spahn trifft Hartz-IV-Kritikerin

Karlsruhe. Die Hartz-IV-Kritikerin Sandra Schlensog hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine von rund 210.000 Menschen unterzeichnete Online-Petition übergeben. Die beiden trafen sich am Sonnabend zu einem gut einstündigen Gespräch in Karlsruhe. Spahn blieb trotz massiver Kritik bei seiner Haltung, dass Hartz-IV-Empfänger das Nötigste zum Leben bekommen. Der Aufforderung von Aktivisten, einen Monat lang selbst von der sozialen Grundsicherung zu leben, verweigerte er sich.

Die arbeitslose und alleinerziehende Schlensog hatte Spahn vor mehreren Wochen für seine Aussage kritisiert, dass Hartz IV nicht Armut bedeute, sondern die Antwort der Solidargemeinschaft auf Armut sei. Sie hatte die Online-Petition gestartet, mit der sie den Minister auffordert, selbst einen Monat lang von dem Geld zu leben, das sie bekommt. Spahn hatte Schlensog daraufhin ein Gespräch unter vier Augen angeboten.

Vor dem Treffen in der Wohnung der 40-Jährigen demonstrierten etwa 100 Menschen in der Innenstadt. Die Teilnehmer forderten mehr Geld und eine bessere Behandlung von Beziehern der Sozialleistung. Schlensog warf dem Gesundheitsminister vor, mit seinen Aussagen auf denen herumzutrampeln, die sich am wenigsten wehren könnten. „Herr Spahn, leugnen Sie nicht weiter die Armut, die Hartz IV verursacht. Schämen Sie sich“, sagte sie.