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Mutmaßlicher Gasangriff in Syrien: Experten beginnen Prüfung

Die Westmächte rechtfertigen den Raketenangriff mit dem mutmaßlichen Giftgasangriff. Was ist genau passiert? Experten sind nun vor Ort.

Eine Satelliten-Aufnahme zeigt den Angriff auf ein Forschungszentrum in Damaskus am vergangenen Wochenende.

Eine Satelliten-Aufnahme zeigt den Angriff auf ein Forschungszentrum in Damaskus am vergangenen Wochenende.

Foto: HANDOUT / REUTERS

Damaskus.  Zehn Tage nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien haben Chemiewaffenexperten erstmals das Gebiet Ost-Ghuta erreicht. Das Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) sei dort am Dienstag in der Stadt Duma eingetroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Sana. Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur von einem schwer gesicherten UN-Autokorso. Das russische Außenministerium bestätigte die Angaben.

Die neun internationalen Spezialisten sollen in Duma einen mutmaßlichen Giftgasangriff gegen Zivilisten am 7. April untersuchen, für den westliche Staaten die syrische Regierung verantwortlich machen. Nach Angaben der syrischen Zivilschutzorganisation Weißhelme wurden dabei mehr als 40 Menschen getötet.

Verwirrung über Raketenangriff-Berichte

Medienberichte über einen Raketenangriff haben in der Nacht auf Dienstag indes für Verwirrung gesorgt und die syrische Flugabwehr in höchste Bereitschaft gesetzt. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll es sich aber um einen falschen Alarm gehandelt haben. Die Agentur beruft sich auf Informationen aus syrischen Militärkreisen.

Mehrere militärische Einrichtungen in Syrien seien in der Nacht zum Dienstag mit Raketen beschossen worden, meldeten zuvor sowohl israelische als auch russische Medien. Sie beriefen sich auf Berichte der syrischen Staatsagentur Sana und des syrischen Staatsfernsehen, nach denen unter anderem Ziele in Vororten von Damaskus als auch bei Homs angegriffen wurden. Die syrische Luftabwehr habe dabei mindestens neun gegnerische Raketen abgefangen, hieß es unter anderem.

Angela Merkel hatte Militärschlag am Wochenende verteidigt

Am vergangenen Wochenende griffen die USA, Großbritannien und Frankreich als Reaktion auf einen neuen Chemiewaffeneinsatz in der Ortschaft Duma mehrere Ziele in Syrien an. Ein Sprecher der US-Regierung sagte, dass es derzeit keine militärischen Einsätze in dem Gebiet gebe.

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Angela Merkel hatte den Angriff als notwendig bezeichnet. „Der Militäreinsatz war erforderlich und angemessen, um die Wirksamkeit der internationalen Ächtung des Chemiewaffeneinsatzes zu wahren und das syrische Regime vor weiteren Verstößen zu warnen“, hatte sie am Wochenende gesagt. (dpa/rtr/sdo)

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