Arbeitsmarkt

Erwerbsfähige Hartz-Empfänger haben oft ausländische Wurzeln

Der Zuzug von Flüchtlingen hat laut Statistikern Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Vor allem bei der Arbeitslosenhilfe zeigt sich das.

Erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher haben in 50 Prozent der Fälle einen Migrationshintergrund.

Erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher haben in 50 Prozent der Fälle einen Migrationshintergrund.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Nürnberg.  Über die Hälfte aller erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger in Deutschland haben laut einer Statistik ausländische Wurzeln. Der Hauptgrund dafür ist der Zuzug von Flüchtlingen in den vergangenen Jahren, wie eine Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag in Nürnberg erklärte.

Den aktuellen Zahlen vom September 2017 zufolge haben von den 4,3 Millionen erwerbsfähigen Leistungsberechtigten 55,2 Prozent einen Migrationshintergrund. 2013 waren es noch 43 Prozent. Über die Zahlen hatte zuerst die Zeitung „Die Welt“ berichtet.

Für die Bundesagentur ist die Entwicklung nicht überraschend: Da die meisten Flüchtlinge wegen fehlender Sprachkenntnisse oder Qualifikationen nach dem Abschluss ihres Asylverfahrens nicht sofort eine Arbeit finden, beziehen sie zunächst Grundsicherung von den Jobcentern. Im Februar bekamen laut Bundesagentur für Arbeit 5,95 Millionen Menschen Hartz IV. Davon waren 4,26 Millionen erwerbsfähig.

Migrationshintergrund hat man nach BA-Statistik, wenn man selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Die Angabe zur Herkunft im Jobcenter und den Arbeitsagenturen ist freiwillig. Knapp 79 Prozent aller Arbeitslosen äußerten sich dazu, ihre Angaben fließen also in die Statistik ein. (dpa)